Suchergebnis: Sigmund

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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Textauszug:
Fürst sicher fühlte. Sigmund war wütend, er wollte im ersten Zorn die Acht über den Her zog verhängen, er ordnete sofort seine Ver folgung an. Verschiedene sehr glückliche Um stände ließen freilich Heinrichs Tat in einem günstigeren Licht erscheinen. Schon am 3. Jänner 1418 sprach aber Sigmund dem Herzog von Landshut, dem bisher nicht das geringste geschehen war, seine volle Ver zeihung aus und verbot, daß er wegen seiner Tat irgendwie beeinträchtigt würde. So rasch vergaß Sigmund

war nach dem großen Streit wohl in seiner Kraft geschwächt, aber nicht vernichtet und in seinem Einfluß ausgelöscht. Bürger und Bauer hatten das Gewicht ihres Wortes unter den Landständen erhöht. Dies alles war gut so. Es war von großer Bedeutung, daß Friedrich seinem Sohne Sigmund, der ihm an politischer Be gabung und Kraft doch weit nachstand, für seine lange Regierung ein so gut geordnetes und gefestigtes Land hinterlassen konnte.
01.10.1934
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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

Treffer:Seite 10
Textauszug:
deutschen Reiche entfremdet hatte. So waren der Luxemburger und die Markusrepublik erbitterte Gegner geworden. Sigmund trach tete auch, den Lebensnerv Venedigs, seinen großen Handel zu treffen, indem er ihn teils nach Genua selbst, teils auf den Donauweg zum Schwarzen Meere nach dem genuesischen Eaffa (Feodosia) ablenken wollte. Wohl hatte er am 17. April 1413 mit der Republik einen Waffenstillstand auf 5 Jahre geschlossen, ohne im vorhergehenden Kriege einen wesentlichen Erfolg errungen

zu haben. Aber beide Teile fiihlten es wohl, daß damit die Entscheidung ihres Streites nur verschoben war. Venedig war auch bald darauf am 10. März 1414 ein Bündnis mit Mailand eingegangen, das besonders gegen Sigmund gerichtet war. Das Verhältnis zwischen der venezianischen Macht und Friedrich, die am 3. August 1413 einen Waffenstillstand auf fünf Jahre geschlossen hatten, war nun ein ganz eigentümliches. Wir haben schon gehört, daß Venedig schon nach dem Trentino überzugreifen begann und in dieser Frage

war es also ein Feind des Herzogs. Aber andererseits brauchte es in seiner nördlichen Flanke einen Freund, der die Pässe nach Italien und den großen Durch zugshandel beschützte und förderte. In ihrer Feindschaft gegen Sigmund standen Friedrich und Venedig auf der gleichen Linie. Es war auch nur ein Schaden für unser Land, wenn Sigmund den großen oberdeutschen Handel von Venedig und damit auch von unseren Durchzugsstraßen ablenken wollte. So konnten der Herzog und der Senat nie gute Freunde und nie völlige Feinde

war um die Wende der Jahre 1414/15 noch ein Gegner Sigmunds. Es handelte sich darum, ob der Visconti von ihm die Belohnung und die Bestätigung aller seiner Privilegien erhalten werde. Die Zusammenkunft des Herzogs mit dem deutschen König in Cantü bei Como am 8. November 1413 hatte die gegenseitige Spannung nur noch erhöht. Sig mund hatte danach schon zum Kriege gegen Mailand gerüstet. Ein feindlicher Verwandter Filippos, Giovanni Carlo hotte bereits früher bei Sigmund Zuflucht gefunden. So ver bündete

sich der Mailänder am 10. Juli 1414 mit Pandolfo Malatesta, Herrn von Brescia und Bergamo, und, wie wir schon gehört haben, mit Venedig. Auch Genua war seit 1413 zu den Feinden des deutschen Königs übergegangen. Florenz war die älteste und treueste Anhängerin Papst Johanns. Im Kirchenstaat, soweit er nicht durch die neapolitanischen Truppen oder durch kleine Dynasten besetzt war, herrschten dessen Lega ten. Am Königshof von Neapel war die Feindschaft gegen Sigmund zur Tradition geworden
01.10.1934
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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

Treffer:Seite 15
Textauszug:
nach Konstanz war seine Sache unwiederbringlich verloren. Bedenken wir die kurze Zeit, die erst seit der Flucht Johanns aus Konstanz verflossen war. Der Papst hatte am 20. März 1415 das Konzil heimlich verlassen, am 30. April zog Friedrich in Konstanz ein, um sich Sigmund zu unter werfen. Es war also nur ein guter Monat verflossen. Der Herzog hatte ja gar nicht ernstlich bedacht, über welche Hilfsmittel er noch verfügen könnte. Der Schwarzwald und der Breisgau und besonders unser Land ivaren ihm ja treu

als Gefangener in Konstanz saß, war natür lich keine Hilfe mehr zu erwarten. Nachdem die Flucht Johanns geglückt war, hätte Fried richs nur fest bleiben brauchen. Vielleicht wäre es auch klüger gewesen, statt in die vorderöstereichischen Länder in unser Land zu kommen. Ins Gebirge wären ihm die ganzen Kräfte, die Sigmund zum Angriff auf Fried rich geführt hatte, nicht so leicht nachgefolgt, hier hätte er sich sicherer gefühlt. Da hätte er auch alle aufkeimenden Bestrebungen des Adels, in Verbindung

mit Sigmund seine Ziele zu erreichen, überwachen und in ihren Anfängen ersticken können. Gewiß, Sigmund, war kein zu verachtender Gegner. Dieser Herrscher, der die Gabe hatte, großzügige staatsmännische Ideen zu erfassen, war auch ein ausgezeichneter Diplomat. Er konnte seine großen Momente haben. Ein solcher war es gewiß, wie er alle Konzils teilnehmer zusammenriß und ihnen seine Energie einflößte, als sie nach der Flucht Papst Johanns sich in alle Winde zu zer streuen drohten. Aber eine Eigenschaft

hemmte so oft wichtige Taten seiner Regie rung. Sobald Sigmund etwas begonnen hatte, erlahmte er oft mitten im schönsten Anfang bei den ersten Widerständen und ließ seine schönsten Pläne wieder fahren. Diese Eigenschaft, die viele gute Kenner der Per sönlichkeit Sigmunds an ihm feststellen, würde vielleicht auch für den Erfolg Fried richs bei längerem Standhalten bürgen. Wir haben gerade aus der Zeit des Konstanzer Konzils ein kleines Beispiel, wie ein Fürst für eine schwere Untat unbestraft blieb
01.10.1934
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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Textauszug:
war, war vornehmlich ein Werk Frankreichs gewesen. Sollte jetzt das unter seinem Ein fluß eingesetzte dritte Papsttum, welches die anderen zwei Päpste ausschalten sollte, von Sigmund abgesetzt werden? Der Hof hätte vielleicht nichts dagegen gehabt, auch Johann abdanken zu lassen und ein neues, allein gül tiges Papsttum zu schaffen, aber das nur auf einem von Frankreich beherrschten, wenn möglich in Frankreich tagenden Konzil. So hatte jetzt Sigmund die Aufgabe der Reini gung der Kirche

übernommen und deswegen standen die Prinzen von Frankreich dem Konstanzer Konzil mißgünstig gegenüber. Sie waren viel eher geneigt, an Johann fest zuhalten. Das Bündnis, das Sigmund am 25. Juni 1414 zu Trino mit Frankreich ge schloffen hatte, hatte auf diese Einstellung nicht viel Einfluß, es war auch besonders gegen Burgund gerichtet. Der Hof von Paris war unter dem wahn sinnigen König Karl VI. in Parteien zer splittert, die sich grimmig befehdeten, aber in der Gegnerschaft gegen die künftigen

. Aber immerhin, das Königtum von Frank reich gehörte unter die Gegner des Konzils: die offizielle große Gesandtschaft, welche es unter der Führung des Bruders der Köni gin, Herzog Ludwigs von Ingolstadt nach Konstanz schickte, wünschte die Aufrecht erhaltung des Papsttums Johanns XIII., sie setzte sich auch eindringlich für Herzog Friedrich ein, als dieser nach der Flucht Johanns vom Konzil verurteilt und verfolgt werden sollte. England hatte wohl Sigmund auf dessen Ersuchen zugesagt, das Konzil
01.10.1934
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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Textauszug:
genossen sehr beliebt war, gelang es, sie trotz dem zum Angrift auf Friedrichs Besitzungen zu veranlassen. Der Herzog hielt also vor dem Konzil mit den bedeutendsten Nachbarn seiner Länder Frieden oder gar Freundschaft. Wenn man nun noch in Berechnung zieht, daß König Wenzel von Böhmen, Erzbischof Johann von Mainz und die meisten bayri schen Wittelsbacher in offener Opposition gegen Sigmund standen, daß die Vettern Friedrich der Streitbare und Friedrich der Friedfertige von Meissen und Thüringen eher

stille Gegner Sigmunds waren, daß der Kurfürst Rudolf III. von Sachsen ein treuer Anhänger des abgesetzten Königs Wenzel war, so kann gesagt werden, daß Sigmund nur auf eine nicht große Zahl von meistens weniger bedeutenden und starken Reichs fürsten als treuen Anhängern unbedingt rechnen konnte. Albrecht von Österreich, Pfalz und Trier war seine namhaftesten Freunde. Auf das besondere Bündnis Friedrichs mit Mainz, Baden und Lothringen werden wir noch später zurückkommen. Wenn also Fried rich

des Münzreichen, geheiratet. Der Braunschwaiger war der Schwager und beste Freund des Kurfürsten von Sachsen gewesen. Ein Teil dieser verwandtschaftlichen Beziehungen, jene mit Lothringen und Baden, waren für die Anbahnung eines politischen Bündnisses nur vorteilhaft. Gehen wir zu den politischen Verhältnissen Italiens über. Da gehörte Venedig zu den ersten und bedeutendsten Feinden Sigmunds. Es hatte dem früheren Thron prätendenten Ladislaus von Neapel, der mit Sigmund um die Krone Ungarns gekämpft

hatte, den wichtigsten Teil Dalmatiens ab gekauft. Sigmund mußte nun als ungarischer König trachten, diese Besitzungen zurück zuerobern, welche zu Ungarn gehört hatten und diesem den Weg zum Meere öffneten. Als deutscher König mußte er das Bestreben haben, alles zurückzuholen, was Venedig dem
01.10.1934
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Schlern

Seiten:66 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Textauszug:
Waffenstillstand auf ganz kurze Zeit als eine enge Verbindung zu gemeinsamem Handeln. Johann war seit langem eng mit Köln verbunden, das Bündnis, das er am 17. Juni 1414 mit dem neuen Kölner Erz bischof Dietrich von Mörs schloß, besiegelte das von neuem. Der Mainzer hatte in seiner Feindschaft gegen Sigmund auf die Aus übung seines Rechtes, den König zu krönen, verzichtet: der Kölner hatte den Luxemburger in Aachen krönen müssen. Johann, der wie zu einem Kampf schwer gerüstet in Konstanz

und seinem Sohn. Nach der Ächtung Fried richs sollte er sich freilich als unzuverlässiger Bundesgenosse erweisen, er zog aus ihr seinen Vorteil, indem er sich von Sigmund zum Landvogt des Breisgaues ernennen ließ. Bernhard und Karl II. von Lothringen waren alte Freunde, sie waren im Jahre 1412 gemeinsam gegen den Herzog von Jülich und gegen die Grafen von Berg und Nassau in den Kampf gezogen. Der Loth ringer war ein Feind der Orleans und stand 4) Der um die Erforschung des Konstanzer Konzils hochverdiente

Geschichtsforscher Heinrich Finke bringt in seinem ersten Jugendwerk seiner Dissertation: König Sigmunds reichsstädtische Politik von 1410-^Tübingen 1880. S. 83. die Angabe aus einer Würzburger Archivalie, daß Johann von Mainz, Friedrich, Bernhard und Karl am 10. Jänner 1414 nachträglich beurkundet hätten, daß ihr Bündnis nicht gegen König Sigmund gerichtet wäre. Wieso es zu dieser Er klärung gekommen war, wissen wir nicht. Die späteren Forschungen Schmids und Peters haben ausdrücklich bewiesen

, daß dieses Bündnis unter der Anregung Papst Johanns zu dessem Schuhe während der kommenden Ereignisse geschlossen worden war. So kommt dieser Erklärung vom Jänner 1414 nur die Bedeutung zu. daß das Bündnis eben nur so lange nicht gegen Sigmund gerichtet war. als dieser nicht als Feind Papst Johanns auftrat. Daß Johann von Mainz über haupt ein unentwegter Feind König Sigmunds war, steht außer jedem Zweifel. deswegen mit Burgund in enger Ver bindung. Wir hören nicht, daß Herzog Karl nach Konstanz gekommen wäre
01.10.1934
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Seiten:66 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.10.1934

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mit der mächtigen und reichen Markusrepublik mehr Aussicht auf Erfolg als eine zer splitterte Reichsritterschaft, in deren Kreis vielleicht später noch gegenseitige Fehden entstanden wären. Der Habsburger hatte, wie wir später sehen werden, in der großen Politik mit Venedig auch Gemeinschaft von Interessen, sie waren in ihrer Gegnerschaft gegen Sigmund stille Verbündete und das nahm in jenen Jahren dem Ringen um das Trentino manche Schärfe, das schob größere Kämpfe und Entscheidungen hinaus. Das eben Erwähnte

sehr gefährlich werden, wenn sich Vertreter der adeligen Herren mit ihren Wünschen in Konstanz an den König wandten. Friedrich konnte erwarten, daß Sigmund ihre Bitten in günstigem Sinne aufnehmen werde. So wurde er auch durch diesen gewichtigen Grund in die Front der Feinde des Königs gedrängt. Als Papst Johann nach Konstanz zog, ahnte er mindestens, daß Sigmund dort ihn seinen Gegenpäpsten, Gregor XII. und Benedikt XIII., gleichsetzen, ihn also damit nicht als einzigen rechtmäßigen Papst an erkennen
01.10.1934
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Seiten:66 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Textauszug:
zwischen deutschem Königtum (Sigmund) und deut schem Fürstentum (Friedrich) aufgerollt werden. Der Aufsatz betrachtet das ganze nur vom Standpunkte Herzog Friedrichs und unseres Landes aus. Dabei ist es meine Absicht, nicht zu viel in kleine Einzelheiten einzugehen, sondern die großen Züge im Spiel des diplomatisch-poli tischen Ringens heroorzuheben *). Es war zu erwarten, daß in Konstanz nicht nur ein kirchliches Konzil, sondern auch ein deutscher Reichstag und ein politischer Kon greß für alle europäischen

Verbindung der tiro- lischen und schweizerischen Territorien plan mäßig darauf ausging, alle Güter des Hauses Werdenberg aufzukaufen und aufzusaugen, und so das Geschlecht um seine Machtstellung brachte. Der Brixner Bischof Ulrich von Wien mochte einen stillen Zorn gegen ihn hegen. Sigmund hatte nun Georg zu seinem Rat ernannt und ihm die Verteidigung seines Bistums versprochen. Er hatte im Sommer 1413 an den Bischofshöfen von Bresfanone und Chur geweilt, er wird dort in längeren Unterredungen
01.10.1934
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Seiten:66 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.10.1934

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Historiker, z. B. I. Zösmair, vermutet haben). Als König Sigmund nach Konstanz zog, begleiteten ihn wohl die Wünsche der Ge lehrtenwelt an den Universitäten, eines großen Teiles des Klerus, die Wünsche aller frommen Gläubigen unter den christlichen Völkern, die sich an dem großen Schisma skandalisierten. Ein guter Teil der regieren den Männer jener Zeit, der Könige und Herzoge und Fürsten, stand aber dem Konzil kühl abwartend, wenn nicht feindlich gegen über. In Konstanz war es der härteste 5) Vgl

und sich zur Unterwerfung unter Sigmunds Machtspruch entschloß. Schon die Flucht des Papstes war schlecht ausgedacht und schlecht vorbereitet. Friedrich hätte freilich darauf verzichten müssen, den Papst als Faust pfand in seinem Gebiet unter seiner Gewalt behalten zu wollen. Gerade der frei und unabhängig gewordene Papst wäre im darauffolgenden Kampfe gegen Sigmund und jene Konzilsteilnehmer, welche an der unbedingten Absetzung Johanns festhielten, der beste Helfer Friedrichs geworden. Der Papst war ja ein alter
01.10.1934
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Treffer:Seite 12
Textauszug:
tigen Konzils, sobald dieser es nicht mehr leiten könne. Andererseits die Gegnerschaft gegen Sig mund. Der Bruder Herzog Johanns, Herzog Anton von Brabant, hatte sich mit der Toch ter Johanns von Görlitz, des Bruders König Wenzels und Sigmunds, Elisabeth, vermählt und hatte auch bald, was der Zweck der Heirat war, die Grafschaft Luxemburg er halten. Anton, der auch über Limburg herrschte, war natürlich gewillt, diese Länder als ständigen Besitz des Hauses Burgund festzuhalten. König Sigmund

1414 durch die An sammlung von Truppen in der Nähe von Aachen die Krönung Sigmunds zum deut schen König zu stören gedroht. Sie sorgten dafür, daß Sigmund ihnen nicht gefährlich werden könnte. Durch den Vertrag von Arras, am 4. September 1414, hatte sich Herzog Johann mit König Karl VI. ver söhnt, von Frankreich drohte ihm keine Gefahr. Durch die geheimen Abmachungen von Upern am 7. August und von Saint- Omer am 29. September 1414 hatte er sich das zum Krieg gerüstete England als Bundesgenossen
01.10.1934
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