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Bücher
Kategorie:
Belletristik 
Jahr:
1922
Und dennoch! : geschichtliche Szenen 1806-1815 ; der Zusammenbruch, die Erneuerung, die Befreiung
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Seite 225 von 432
Autor: Steinitzer, Alfred / Alfred Steinitzer
Ort: München
Verlag: Bassermann
Umfang: VII, 408 S. : Ill.
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: In Fraktur
Signatur: II A-20.279
Intern-ID: 90688
Schritt, getan, die Armee durch Einberufungen Zu oerstärken. Der Aar hat die aufrichtigsten Gefühle für Cure Majestät und die freundschaftlichste Gesinnung für Preußen, aber wenn Sie noch länger zaudern, so haben Eure Majestät keine and ere Mög lichkeit mehr, als anstatt im Bunde mit dem Zar das Verlorene wieder zu erlangen trotz dessen guten Willens die Rosten der französischen Freundschaft mit Abtretungen an Rußland zu be zahlen. Oer Ztaàkanzler Graf Hardenberg tritt ein. Der Rönig

: Der Raiser von Rußland verlangt durch Herrn vom Stein sofort Abschluß eines Bündnisses. Sehr gefährlich. Österreich geht nicht mit. Wenn sich Raiser Franz und Metter nich auf Seite Napoleons schlagen? Wenn Preußen zwischen Frankreich und Rußland vermittelte? Stein: Eure Majestät müssen sich darüber klar sein, daß bei längerem Zaudern die Revolution unausbleiblich ist. Die ganze Nation verlangt Entscheidung. Es gibt kein Besinnen mehr. Hardenberg: Wenn der Raiser bindende Verpflichtungen eingeht

, ob Sie einen Vertrag ab schließen wollen od er nicht, ob der Raiser von Rußland Preußen als Freund oder als Feind anzusehen hat. Hardenberg: Ich rate Euer Majestät über das Bündnis mit Rußland zu unterhandeln. Si ein: Die Vertragspunkte, die ich vorzuschlagen habe, sind: Es wird ein Bündnis zwischen-Preußen und Rußland geschlos sen, das für den gegenwärtigen Rrieg offensiv ist. Rußland soll 2W

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Bücher
Kategorie:
Belletristik 
Jahr:
1922
Und dennoch! : geschichtliche Szenen 1806-1815 ; der Zusammenbruch, die Erneuerung, die Befreiung
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Seite 22 von 432
Autor: Steinitzer, Alfred / Alfred Steinitzer
Ort: München
Verlag: Bassermann
Umfang: VII, 408 S. : Ill.
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: In Fraktur
Signatur: II A-20.279
Intern-ID: 90688
an Zrankreich ge bundenbin,' haben uns darin verpflichtet, mit Zrankreich gegen Rußland zu gehen, wenn dieses die Türkei angreist. Im Juli vertrag mit Rußland habe ich mich hingegen dem Kaiser Ale xander verpflichtet, Rußland nicht den Krieg zu machen, wenn es von Zrankreich angegriffen wird. Ver Ausbruch der Zeind- seligkeitm zwischen Zrankreich und Rußland steht unmittelbar bevor. Wissen auch, daß Napoleon mit England über Rückgabe von Hannover verhandelt. Wird kaum mehr möglich sein, Neu tralität

aufrecht zu erhalten, haugwitz rät entschieden zum Urieg, hat mir eine Memoire überreicht. Hardenberg: Sürst von Wittgenstein hat mir die Memoire, die er von Graf von haugwitz zum Durchlesen erhalten hat, im vertrauen mitgeteilt; ich kenne den Inhalt. Wenn ich Eurer Majestät meine Ansicht vortragen darf... Ls ist mir nicht ganz begreiflich, daß Graf von haugwitz, der Preußen vor nicht einem Jahre zu schwach glaubte, um im verein mit Rußland und Österreich den Urieg zu bestehen, nunmehr stürmisch

auf einen Angriffskrieg gegen Zrankreich drängt, ehe der Nordische Sund geschlossen war. ehe Rußland völlig bereit ist, uns mit einer Armee zu unterstützen und entsprechende Stipulationen abgeschlossen waren, ehe wir uns mit England verständigt und Subsidiengelder zugesichert erhalten haben. Man hätte Zrank reich so lange durch Unterhandlungen hinhalten sollen. Durch die Mobilisierung der Armee sind die Dinge allerdings so weit gediehen, daß der Krieg nicht mehr zu vermeiden ist. Damit ist der Zeitpunkt unbedingt

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Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 335 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
, Rumänien fühlte sich durch die Ausdehnungs politik Bulgariens und seines ehrgeizigen Herrschers bedroht, und es war bezeichnend, daß ein belangloser Zwischenfall wie die Ermor dung eines bulgarischen Staatsbürgers in Bukarest (Sommer 1900) zu heftigen Auseinandersetzungen führte. Aber auch die Front gegen Rußland festigte sich wieder, denn es war immer von neuem zu er kennen, daß Bulgarien dessen eigentlicher Günstling war, und so er schien der Rückhalt an den Dreibund nach wie vor unentbehrlich

. Zugleich näherte man sich jedoch unter österreichisch-ungarischer Regie auch Griechenland, das sich von Rußland im Stich gelassen glaubte. 1 Hellenismus und Slawismus traten sich gefühlsmäßig gegen über und das rumänische Romancntum war als Verbündeter will kommen. Bei der Zusammenkunft, die König Carol und König Georg im Mai 1901 in Abbazia hatten, wurden zwar keine formellen Verein barungen getroffen, aber eine rumänisch-griechische Interessenge meinschaft trat bei alledem deutlich hervor

und es war für jedermann erkennbar, daß sie gegen Rußland und Bulgarien gerichtet war. Damit war eine Lage entstanden, in der sich umgekehrt Bulgarien bedroht fühlte. Kein Wunder, daß es seinerseits sichernde Schritte tat. Es geschah im Zeichen des Panslawismus und Rußland übte eine Art von Oberleitung aus. So kam es in den Jahren 1901 und 1902 zur Verbrüderung zwischen Bulgarien, Serbien und Montenegro und es konnte kein Zweifel darüber bestehen, daß diese zweite Interessen gemeinschaft sich gegen die Donaumonarchie

kehrte, die die Ent wicklung denn auch mit Sorge betrachtete. 8 Ihren Gipfel erreichte die panslawi stisch-anti habsburgische Kombination in dem geheimen Militärbündnis, das im Dezember 1902 zwischen Rußland und Bul garien abgeschlossen wurde. 3 Nach russischem Geständnis 4 lag der 1 Driault und Lhéritier IV 474s - . 2 Markov 32ff. 3 Wortlaut bei Boghitschewitsch, Kriegursachen (Zürich 191g) 115 ff. und Rados- lawoff 39fr. 4 Sasonow an Grey. Petersburg, 29. Januar 1913. Der diplomat. Schriftwechsel Is-

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Bücher
Kategorie:
Belletristik 
Jahr:
1922
Und dennoch! : geschichtliche Szenen 1806-1815 ; der Zusammenbruch, die Erneuerung, die Befreiung
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Seite 66 von 432
Autor: Steinitzer, Alfred / Alfred Steinitzer
Ort: München
Verlag: Bassermann
Umfang: VII, 408 S. : Ill.
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: In Fraktur
Signatur: II A-20.279
Intern-ID: 90688
stärkt wird, die mehr wert sind, als die Festungen, die über geben werden müssen. Geusau und Schrott er: Auch wir stimmen dieser Ansicht bei. Stein- Ich bin entschieden für Verwerfung des Vertrages. Er gibt Preußen gar keine Versicherung für Fortdauer seiner Existenz, da Napoleon durch die Note seines Ministers Tal leyrand bestimmt zu erkennen gibt, daß es seine Absicht sei, über die preußischen Staaten zur Erhaltung des Friedens mit Eng land und Rußland zu disponieren. Da die Bedingung

, daß Ruß land seine Truppen aus den königlichen Staaten ziehen soll, nicht von Preußen abhängt, geht der Ari eg wieder an, wenn sich Rußland die VedimMng nicht gefallen läßt. In der Zwi schenzeit hätte Preußen seine Festungen verloren und dadurch die Mittel der Franzosen, den Xrieg gegen Rußland zu führen, verstärkt, die der Russen aber gelähmt. Manche haben die Be fürchtung ausgesprochen, daß Preußen gleichsam nur eine Hilfs macht Rußlands werden könne. Aber Rußland wird wenigstens unsere

für die Annahme. Preußen läuft Gefahr, durch die Verbindung mit Rußland nur eine Hilfsmacht derselben zu werden, während es durch den Frieden seine Unabhängigkeit bewahrt. Stein: Mit diesen Waffenstillstandsbedingungen kann Na poleon einen Frieden diktieren, wie es ihm gefällt, Preußen hat mit den Festungen seine wichtigsten Schutz- und vertei-

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Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 146 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
, bereitete es ein militärisches Reformprogramm vor, In dessen Mittelpunkt die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht stand und das eine ernste soldatische Ausbildung vorsah; auch der Bau eines neuen Panzer kreuzers wurde durchgesetzt. Aus dem Volke erschollen patriotische Warnrufe, und Männer wie Harald Hjärne, Pontus Fahlbeck, Sven Hedin und Rudolf Kjellén wurden nicht müde, auf die von Rußland drohende Gefahr hinzuweisen und zur Sammlung der nationalen Ab- wehrkräfte zu mahnen. Das war um so mehr

erforderlich, als die Demo kratisierung des Reichstagswahlrechts 1909 den pazifistischen Ele menten in der Volksvertretung neuen Auftrieb geben mußte. In der gleichen Zeit hielt man, schwach wie man war, nach Unter stützung von außen Umschau. Von Frankreich und England war, vollends seit den Revaler Begegnungen, kein wirksames Eingreifen gegen Rußland mehr zu erwarten. So richteten sich die Blicke von neuem auf Deutschland. Eine Welle von Sympathie für das blutsver wandte Volk im Süden tauschte

durch das Land, und wenn sich auch auf beiden Seiten die verantwortlichen Regierungen vorsichtig zu rückhielten, so gestaltete sich doch von Nation zu Nation eine Art von Solidaritätsgefühl, das bei den oberen, zumal konservativen, Schichten des schwedischen Volkes immer festere Formen annahm. Bald griff diese Stimmung auch auf die Führung über. Im Hoch sommer 1191 o wurde für die russischen Manöver die Parole ausgegeben *. Deutschland und Schweden sind im Krieg gegen Rußland. Das wirkte wie eine offene

Drohung, und obschon die Staatsmänner auch jetzt im Hintergrund blieben, so kam man sich wenigstens auf mili tärischem Gebiete nahe. Bestimmte Vereinbarungen sind allerdings bisher nicht bekannt geworden, aber es besteht Grund anzunehmen, daß sich die Generalstäbe der beiden Länder über Maßnahmen für ein militärisches Zusammengehen im Falle eines durch Rußland hervor gerufenen Kriegs damals geeinigt haben. Die Entse ndung eines deut- 1 Vgl. die Charakteristik bei Spring Rice II 137.

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Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 350 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
Kußlands Schwenkung - Ende der Status quo-Politik 339 auf dem Papier standen und daß von einem geschlossenen Willen, den bestehenden Zustand aufrechtzuerhalten, nicht mehr die Rede sein konnte. Vor allem sah man die Interessengemeinschaft zwischen Österreich-Ungarn und Rußland im Schwinden. Die ganze inter nationale Lage stand seit dem Sommer 1907 unter dem Zeichen der Annäherung zwischen Rußland und England, und an erster Stelle wurde der Komplex der Orientalischen Frage davon berührt

in die Waagschale fallen werde. Kaum daß Rußland nochmals in Gemeinschaft mit Österreich- Ungarn den stürmisch vorwärts drängenden Balkanstaaten entgegen getreten war, lenkte es in die englischen Bahnen über, mit denen der habsburgische Konservatismus seit Jahr und Tag nicht mehr in Ein klang stand, und wieder war es die mazedonische Frage, bei der sich die neue Gruppierung der Großmächte geltend machte. 1 Angesichts des Scheitems aller bisherigen Reformmaßnahmen trat Sir Edward Grey Ende 1907 mit neuen

Vorschlägen hervor, die über das Mürz- steger Programm hinausgingen und vor allem durch Vermehrung der Gendarmerie und Einrichtung einer Exekutivkontrolle die wirkliche Durchführung der bisherigen Entscheidungen sicherstellen sollten. Während Rußland mit Frankreich und Italien ihnen lebhaft zustimm ten, machte Österreich-Ungarn in Gemeinschaft mit Deutschland ' 1 Ebenda 145 ff. 22*

10
Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 144 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
Schweden und Rußland 13S Seit der Jahrhundertwende hatten sich die Verhältnisse für das Land außerordentlich kompliziert. Die beiden Völker auf der skandi navischen Halbinsel hatten sich getrennt und standen sich beinahe feindselig gegenüber. Zwar war die größte Gefahr der Isolierung für Schweden überwunden, da der Garantievertrag vom 23. April 1908 trotz aller damit verbundenen Unsicherheiten einigen Schutz ge währte, aber die Lage blieb unbefriedigend. Eine nicht einflußlose Strömung empfahl

deshalb, angesichts der engen Verbindung, die zwischen England und Rußland zustande gekommen war, auf wirt schaftlichem Wege zum östlichen Nachbarreich eine Annäherung zu suchen. In der Tat sprach mancherlei dafür. Im Gegensatz zu Deutsch land, das seit der Jahrhundertwende in der Einfuhr Schwedens an die erste Stelle, in der Ausfuhr an die zweite vorgerückt war, aber als hochstehendes Kulturland, wie der Handelsvertrag von 1906 bewies und der von 1911 bestätigen sollte, vorwiegend

nur für den Rohstoff bezug in Betracht kam, war Rußland auch für Fabrikate ein auf nahmefähiges Land, und obschon die Einführung des direkten Fähr verkehrs zwischen Saßnitz und Trelleborg (1909) die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden neu verengerte, wurde auch an der Ausgestaltung der rassisch-schwedischen Verbin dung gearbeitet. 1909 entstand eine Schiffahrtslinie zwischen Stock holm und Riga, und es wurde der Plan für einen Transitverkehr zwi schen Kapellskär und Baltischport

der rücksichtslosen Russifizierungs- politik in Finnland bereitete den Annäherungsbestrebungen nach Osten ein jähes Ende. 1 Die innere Bewegung in Rußland hatte das Verge waltigungswerk im Lande der tausend Seen nur vorübergehend unterbrochen. Kaum hatte sich der Zarismus wieder zurechtgefunden, da wurde die fin- 1 Constantin Bumba, Dreibund- und Ententepolitik in der Aken und Neuen Welt (Wien 1931) 274 ff.

11
Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 155 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
144 III. Die skandinavischen Staaten. 4. In den letzten Vorkriegsjabren genommen hätte. Auf der anderen Seite freilich schien ihm auch der schwedische Aktivismus mit verantwortlich an dem bösen Zustand, weil sein Kampfgeschrei gegen Rußland dessen Mißtrauen erwecken mußte. 1 Für ihn lag der Fall des Circulus vitiosus vor» aus dem nichts anderes heraushelfen könne als die Vermittlung Frankreichs. So wurde Thiébaut zum leidenschaftlichen Wortführer des Eingreifens Poincarés, Gelegentlich

des geplanten Besuches des Präsidenten in Petersburg sollte er Rußland zu dem Versprechen bringen, nichts gegen Schweden unternehmen zu wollen; dann sollte er in Stock holm als Friedensstifter erscheinen und den skandinavischen Staat endgültig von der gefährlichen Verbindung mit der deutschen Mili tärmacht abbringen, 2 Das war ein weitblickendes Programm, und es fand bei den schwedi schen Stellen, auf die es wirken sollte, Anklang. Noch im März hatte Wallenberg eine Unterredung mit dem russischen Gesandten

Nekl- judow, die eine Entspannung nach Rußland hin einleiten sollte. Er bat, die antirussischen Äußerungen der aktivistischen Kreise nicht ernst zu nehmen, versicherte, daß Schweden nicht an die Rückge winnung Finnlands denke, und erklärte, daß der König aus innerer litischen Gründen der Aufrüstung habe zustimmen müssen. 3 Selbst verständlich diente die Kundgebung dem Zwecke, Rußland über die vom schwedischen Volk beschlossenen Rüstungsmaßnahmen zu be ruhigen, aber sie fügte sich durchaus

12
Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 336 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
Zuspitzung der Balkanverhältnisse 1902I3 3Ü5 Vorteil durchaus auf Selten Rußlands, denn die Konvention ver pflichtete Bulgarien im Fall eines Krieges Rußlands mit Österreich- Ungarn und Rumänien zu bedingungsloser Hilfeleistung, wogegen das Zarenreich die Integrität des bulgarischen Gebiets garantierte und im Falle des Erfolges auch für einen territorialen Gewinn Bulgariens einzutreten versprach, — Zusagen, die auch ohne Bündnis für Rußland selbstverständlich waren. Aber auch für Bulgarien

bedeutete der Vertrag eine wichtige Rückendeckung, namentlich im Hinblick auf eine rumänische Gegnerschaft. 1 Trotz des offiziellen Bestehens des Status quo-Programms der beiden osteuropäischen Kaisermächte spitzten sich somit die Verhältnisse auf dem Balkan ständig zu und zum mindesten Rußland war daran nicht schuldlos. Eine weitere Unruhe brachte in die Entwicklung die Er mordung des Königs Alexander von Serbien durch eine Gruppe von Offizierverschwörem am 11. Juli 1903. An sich hatte die Beseitigung

der Dynastie Obrenowitsch keine unmittelbare Beziehung zum außen politischen Kurs Serbiens. Der ermordete Herrscher hatte schließlich haltlos zwischen Rußland und Österreich-Ungarn hin- und herge schwankt, je nach dem, wie seine mißachtete Gattin von Petersburg und Wien her behandelt wurde. Dies war zuletzt Rußland zugute gekommen, das sich berechnender verhielt. Der Thronwechsel in Belgrad schien deshalb für die Donaumonarchie so gewinnbringend, daß man an eine Mitwisserschaft der Wiener Regierung

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Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1925
¬Der¬ Faschismus
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Seite 26 von 433
Autor: Mannhardt, Johann Wilhelm / J. W. Mannhardt
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: XII, 411 S.
Sprache: Deutsch
Anmerkungen: Literaturverz. S. [395] - 400
Schlagwort: g.Europa ; s.Faschismus ; z.Geschichte
Signatur: II A-15.391
Intern-ID: 116246
noch nicht laut ge worden zu sein. Es gibt in den Siegerstaaten genug politische Gründe, die ein Nachdenken und eine Erörterung darüber untun lich erscheinen lassen. Einer dieser Staaten jedoch kann die mit ihm eingetretene Veränderung nicht verbergen und will es nicht: Italien. Und auch unter den Besiegten ist ein Staat, der sich nicht in ein schämiges Stillsein hüllt, sondern sich berechtigt fühlt, seine Änderung von Grund aus der Welt anzukündigen und zu beweisen: Rußland. In der Tat muß schon der erste

eingehende Blick auf diese beiden Staaten feststellen, daß hier große Umwandlungen stattgefunden haben. Das heutige Italien und das heutige Rußland sind nicht zu verstehen und deshalb auch nicht zu behandeln ohne eine eingehende Beschäftigung mit ihrem ganzen Wesen in seinem gegenwärtig herrschenden Zustande, während etwa bei Frankreich und England zur Not vorläufig noch der alte Zustand mit gewissen einzelnen Änderungen unterstellt werden kann. Schon deshalb muß der Versuch, Italien und Rußland

in der Gegenwart kennen zu lernen, besonders wichtig und lohnend erscheinen. Bei beiden Staa ten kommen aber auch andere Gründe hinzu, die die Beschäftigung mit ihnen auf deutscher Seite geradezu zu einer Forderung werden lassen. Für Rußland sind sie hier nicht aufzuzählen.

15
Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 418 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
Die Bukarester Frìedmsverbanilungm 407 zeitweilig sogar Rußland und Österreich-Ungarn. Aber ein Gewinn ergab sich daraus nicht für die habsburgische Sache, vor allem weil alle diese Überschneidungen einer einheitlichen Willensbildung auf Seiten der Großmächte entgegenwirkten. Das kam umgekehrt den Balkansiegern zugute, die die Streitfragen nach ihrem Sinn zu lösen suchten. Es waren deshalb im Grunde nur Einzelfragen, zu denen die Groß mächte sich zu Worte meldeten. Im Vordergrund

der Auseinander setzungen stand die Frage der Zuweisung Kawallas. Frankreich und Deutschland verwandten sich zugunsten der griechischen Ansprüche, Österreich-Ungarn und Rußland zugunsten der bulgarischen. Die Petersburger Regierung wollte die bulgarischen Sympathien nicht völlig eingebüßt haben, schwenkte jedoch unter französischem Ein fluß wieder ab. Tatsächlich mußte sich Bulgarien schließlich mit Dedeagatsch als einzigem Hafen am Ägäischen Meer begnügen. Auch damit mußte es sich abfinden

die unerfreulichen Dinge schweigend gehen lassen. Ihre Rechnung war und Bulgarien knüpfte daran seinerseits große Hoffnungen, daß die Großmächte, die das Ergebnis verabredungsgemäß überprüfen sollten, dieses nicht anerkennen würden. Aber wieder blieb sie isoliert. Entgegen den früheren Vereinbarungen hatte nun keine der Regierungen Lust, sich nochmals mit den Fragen zu befassen, sondern alle waren bereit, die Entscheidung der Balkansieger als endgültig anzuerkennen. Hatten anfangs Rußland und Italien

18
Bücher
Kategorie:
Recht, Politik
Jahr:
1937
¬Die¬ kleinen Staaten Europas und die Entstehung des Weltkrieges
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Seite 31 von 532
Autor: Herre, Paul / von Paul Herre
Ort: München
Verlag: Beck
Umfang: X, 517 S.
Sprache: Deutsch
Schlagwort: g.Europa ; s.Kleinstaat ; s.Weltkrieg <1914-1918> ; s.Vorgeschichte
Signatur: II A-19.112
Intern-ID: 75704
einer an dern Kombination zu. Wie wenig Vertrauen es bei den ganzen Verhandlungen seinem britischen Partner entgegenbrachte, ist daraus zu ersehen, daß es Ruß land davon Mitteilung machte.® Das galt freilich mehr dessen fran zösischem Verbündeten, der sich in denselben Monaten so freundlich für den Besiegten des amerikanischen Krieges verwandte. Indessen auch Frankreich gegenüber bestand das Mißtrauen des Schwachen gegen den Starken, und so vertraute man sich damals gern dem unbe teiligten Rußland

an, das zudem auch eine wertvoller Schutz für die Monarchie schien. Das liberale Ministerium Sagasta hatte die Abwen dung von England eingeleitet. Das konservative Kabinett Silvcla, das ihm im März 1899 wieder folgte, brach die Verhandlungen endgültig ab und erhob das Zusammengehen mit Frankreich auf sein Programm. Aber es suchte die Lösung nicht auf der Grundlage einer einfachen Verbindung mit der Republik, sondern in der Richtung eines Kon tinental bündnisses zwischen Frankreich, Rußland, Deutschland

und Spanien ; ein solches schien nicht nur Sicherheit gegen den Druck der französischen Übermacht, sondern auch Schutz gegen die Gefahren einer Verbindung mit einem republikanischen Staatswesen zu bieten. 3 Immer wieder kam Silvela auf diesen Gedanken zurück. Aber der Ge gensatz zwischen Deutschland ünd Frankreich machte einen derarti gen Zusammenschluß, der eine Neuordnung der Welt ohne und gegen das im Burenkrieg festgelegte England hätte einleiten können, zu einer Utopie, und Rußland, das bei alledem

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