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Zeitungen & Zeitschriften
Alpenland
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Seite 1 von 4
Datum: 23.02.1928
Umfang: 4
ge sprochen wurde, nachdem sogar von reichsdeutscher Seite die Vermutung auftauchte, daß gerade die Absicht, die tschechischen Politiker in dieser Richtung zu beruhigen, einer der Hauptbewegdründe der Prager Reise war. Wie geschickt der österreichische Bundeskanzler als erfahrener Diplomat der Beantwortung kitzlicher Fragen auszuweichen versteht, zeigt am besten die dem „Prager Tagblatt" gewährte Ausfrage. Betreffs des Gerüchts über eine angebuche Verlegung des Völkerbundes nach W i e n, meinte

seines Lieblings themas, der Bekämpfung des Anschlußgedankens, in welcher Zielsetzung gerade die Frage' der Verlegung des Völker bundes nach Wien der tschechischen Presse willkommen kam. Das Blatt erörtert die verschiedenen Phasen in der Entwicklung dieses Problems und verweist mit Boshaftig keit auf die gehegten Befürchtungen, daß eine Verlegung des Völkerbundes nach Wien eine Ein schränkung der Anschlußmöglichkeit nach sich ziehen würde. Mit Interesse behandelt die „Rar. Pol." den vom früheren

österreichischen Gesandten in der Schweiz gemachten Vorschlag: Wien und Niederösterreich zum Zwecke der Aufnahme des Völkerbundes vom übrigen Oesterreich zu trennen und zu neutralisieren, das restliche Gebiet aber an Deutschland abzutreten. Doch auch dieser Kompromißvorschlag erscheint dem tschechischen Blatte zur Gänze unannehmbar und Hofft es, daß'auch Frankreich, Italien und Südslawien derartigen Plänen ablehnend gegenüberstehen. Die „Rar. Pol." hat übrigens ein ihr genehmes Rezept bereits gefunden

, in dem es, da angeblich Deutschland und Oesterreich wissen, daß ein Anschluß wenigstens in den nächsten zwanzig Jahren unmöglich ist, als angeblich bestes Provisorium ungefähr folgendes vor- schlägt: „Ganz Oesterreich wird neutralisiert, "solange es Sitz des Völkerbundes ist. Während dieser Zeit wird es sich praktisch zeigen, ob für Oesterreich die Neutralisierung oder der Anschluß günstiger ist. Im zweiten Falle wird die Situation wie jetzt stehen, d. h. über den Anschluß entschei det der Völkerbund

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Zeitungen & Zeitschriften
Der Südtiroler
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Seite 4 von 8
Datum: 15.02.1926
Umfang: 8
und heiklen Lage, daher das Interesse und die Erregung, die sie in der ganzen Welt wachgerufen hat. Nun. da die Schleier gefallen sind, scheint öle Lage außerordentlich klar. Deutschland beabsichtigt also, innerhalb und außer halb des Völkerbundes die geistige Vormundschaft über alle Deutschen der Welt zu übernehmen, selbst jener wenig zahlreichen des Oberetsch, die vor dem Kriege nicht zum Deutschen Reiche gehörten. Hievon muß man Kenntnis nehmen und es zum Gegenstand aufmerksamster Betrach tung

weniger demonstrativ verlaufen. Die Wut der italienischen Presse. Die faschistischen Blätter fahren in ihren Ausfällen gegen Deutschland fort, wobei sich besonders „Tevere" und „Impero" hervortun. Die „Tribuna" ermahnt in einer offiziösen Note die italienische Presse, sich zu mäßigen. Sie weist dabei besonders darauf hin, daß die italienische Presse gegen diplomatische Einmischungen Deutschlands und des Völkerbundes weiterkämpfen wolle. Dabei veröf fentlicht das Blatt eine fast die ganze erste Seite

es nicht vor zwei Mo naten: Auf nach Paris?) Warum nicht Elsaß-Lothringen? „Giornale d'Italia" ärgert sich, daß die Deutschen auf Elsaß-Lothringen verzichtet haben, während sie sich um Südtirol bekümmern. Furcht vor dem Dölkerbunü. „Il Tevere" fürchtet, daß Deutschland die Südtiroler Frage vor das Forum des Völkerbundes bringen werde. „Wir weisen den Gedanken, daß der Völkerbund sich in diese Sache einmischen werde, aufs entschiedenste zurück. Nicht einmal ein Rat wird von uns angenommen

werden. Wir können mit den Südtirolern machen, was uns beliebt. Sollte eine Kommission des Völkerbundes wirklich nach Italien kommen — wohlan, der Brenner steht offen, um sie hinauszuwerfen. Niemals wird er sich öffnen, um sie hereinzulassen." % Unglaublicher Größenwahn. In geradezu klassischer Weise bringt der „Popolo d'Italia" die faschistische Mentalität zum Ausdruck: „Wir haben Südtirol mit unsäglich hohen Blutsopfern erobert. Wir müssen jetzt jenes Entnationalisierungswerk (!) rück gängig machen, das Oesterreich

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