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Tiroler Wastl
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Pagina 7 di 8
Data: 08.09.1926
Descrizione fisica: 8
Reisebetrachtunyen. Wenn man die Augen offen hat, kann man unter- wegs so manches sehen, was einem anderen ganz ent geht. Und da fiel mir, als ich, kürzlich am Münchner Hauptbahnhofe einfuhr, etwas ganz Interessantes auf. In langen Reihen standen dort die Wagen der D-ZügS. Alle Himmelsrichtungen, alle Länder des Kontinents waren da vertreten. Und da machte ich die überraschende Entdeckung, daß auf deu bayrischen Wagen die Sta tionen im ehemals deutschen Elsaß-Lothringen durch wegs einsprachig

Seelenruhe auf solchen reichsdeutschen Eisenbahnwagen: Jnnoponte statt Innsbruck. Leute, die glauben, daß, Innsbruck heute schon in Italien liegt, gibt es ja im Reiche so gar in der Geschäftswelt. lind aus geschäftlichen Grün den wäre vielleicht so manchem eine Berwelschung Nord tirols gar nicht so unerwünscht. Geschäftliche Inter essen haben ja mit Brüderlichkeit nichts zu tun. Bl. Dies und das. Unsere Stadt hat sich ganz wunderbar herausgepicht. Einiges ist ihr aber doch entgangen, weil sie derzeit

ganz und gar von den Interessen der den Automobil klubs angehörenden Meinen Leute" befangen ist und daher das Interesse der stolzen Fußgeher allzusehr außer acht läßt. Einige sonst sehr schöne und gesunde Bäume vorm und i m Hofgarten sind fetzt von einer unerbittlichen Fäulnis-Erkrankung befallen: wenn nicht sofort mit entschiedenen Abwehrmaßnahmen eingeschrittcn wird, müssen diese Edel-Riesen in kürzester Zeit der Axt verfallen. Auch in der englischen Anlage finden sich ganz prachtvolle

astrometeorologisch. Dahinter scheint etwas zu sein. Die Wahrheit liegt drin wie im Wein, Wenn sie auch oft verwässert ist. Wenn man von schlechtem Wetter liest, So tröste jeder, den es stört. Das Wort, daß niemals gern gehört Die Wahrheit, schenkt sie reinen Wein Manch hofinungsfrohem Menschen ein. Doch Schäffler denkt sich: ganz egal, Das Beste ist auf jeden Fall: Ich faß den Wettergott beim Schopf Und treff' den Nagel auf den Kopf. Wem's recht, wer schimpft, das schert mich nicht, Ich diene

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Tiroler Bauern-Zeitung
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Pagina 3 di 8
Data: 23.11.1950
Descrizione fisica: 8
blieb stumm, wenn nicht er, der Hansl, ihm Leben gab. Aber so vermessene Gedanken kamen ihm sel ten. Meist war er ganz der Musik hingegeben. Alle Register kannte er. Schaudernd ging es ihm durch den Leib, wenn die dröhnenden Zungen pfeifen gleich den Posaunen des Jüngsten Ge richtes im „Dies irae“ des Totenamtes riefen. Fast zu Tränen rührte ihn der warme Ton der höl zernen Pfeifen, die wie Hirtenschalmeien dem Christkindlein in der Heiligen Nacht die Wie genlieder spielten. Ein einzigesmal

, als die Frage an ihn gerichtet wurde, ganz plötzlich erklärte: „Lehrer will ich werden“, war doch eine Besonderheit. „Möchtest du so gerne Schule halten?“ fragte der Lehrer freundlich. „Ja, dös schon a, — aber Orgel spie len möcht i halt', sagte der Bub treuherzig. Noch am selben Tage, gegen Abend, stand er zum erstenmal in der Stube seines Lehrers. Da gab es einen großen, sonderbaren Kasten mit einem Spieltisch, wie ihn die Orgel hatte. Aber als sich Hansl nach den Bälgen umsah, die ja, wie er wußte

der Toten. Da sind sie alle, die je im Dorf gelebt haben, viele von ihnen waren auch lustig im „Goldenen Bären“. Da hebt ein unheimliches Schauspiel an. Der Mond wird blutig, die Sterne fallen vorn Him mel, die Erde kracht in allen Fugen. Alle Lu stigkeit erstirbt, ein Stöhnen und Ächten hebt an, Von den Menschen fallen alle Hullen und Masken, nackt und offen liegt alles da — auch die Gedanken, die je ein Menschenherz in dun kelster Nacht ganz heimlich erweckt hat. In diesem Augenblick öffnet

. iiHiiiimiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiimitHiiiimiHi sieren würden. Es geht nicht an, daß man der ohnehin zum Leichtsinn neigenden Jugend vom Bauernstände Episoden vorführt, die ganz ge meine Lügen und außerdem nur bei Zigeunern und Karnern zu finden sind. Da sollten die wah ren Tiroler einmal richtig dreinfahren. Dies meint ein Osttiroler Bauernbua. „Sind sie daher so böse?“ Peter sah Nina erstaunt an. „Sie sind doch nicht böse! Wie kommst du darauf?“ „Sie haben doch Krieg gegen uns geführt!“ „Ja, gewiß. Aber ihr habt auch Krieg gegen uns geführt

. Und ihr seid doch auch nicht böse.“ „Nein, wir nicht. Wir sind doch auch recht gläubig.“ „Prawoslawnji“ hatte sie gesagt, wie die Russen allgemein sich selbst zu bezeichnen pfle gen. Jetzt war es an Peter, nachzusinnen, was er darauf antworten sollte. Aber er hatte noch keine Antwort gefunden, als Nina plötzlich auf- stand und sich ganz dicht vor ihn hinstellte. Mit flehentlichem Blick sah sie ihm lange in die Augen. Und ihr Köpfchen wurde ganz rot dabei. Und dann schluckte sie ein paarmal schwer

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Tiroler Grenzbote
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Pagina 3 di 4
Data: 10.05.1943
Descrizione fisica: 4
an, daß einige Vorbehalte über den Haufen geworfen und einige Rücksichten unberücksichtigt bleiben, sondern nur darauf, daß das große Ziel erreicht wird. Alles andere richtet sich später wieder ganz von sel ber ein. Das ist die Haltung, die der totale Krie.g von uns verlangt, im persönlichen Lebensbereich wie in der gro ßen nationalen Pflichterfüllung. Wenn es um die große und unausweichliche, die totale Entscheidung über Leben und Tod geht, wäre es nicht nur eine Schwäche, son dern ganz einfach ein Verbrechen

aus Wildschönau, mit Katharina Zeindl, Bauerstochter beim Summerer, getraut. Viel Glück dem jungen Paar. n Vrirlegg. 100. Geburtstag. Kürzlich feierte körperlich frisch Frau Anna Unterberger, geborene Schmiedleitner, ihren 100. Geburtstag. Die Jubilarin wurde im Jahre 1844 in Raibl in Kärnten geboren; sie schenkte sieben Kindern d.as Leben. Herzlichen Glück wunsch. ^ Urheber-Rechtsschutz: Drei Quellen-Verlag. Königsbrück (Bez. Dresden) „Evi, sei nicht döse", bettelte Claus ganz entsetzt über eine eigne Untat

. „Ich bin wirklich ein ganz großer Esel." „Nur gut, daß du es selbst einsiehst." Eilig ging Eva nach ihrem nebenan liegenden Schlaf- >immer und lehnte etwas kurz die Begleitung der Mutter, >ie gleichfalls aufgestanden war und ihr folgen wollte, ab. Ein wenig verletzt darüber setzte sich Frau Bodmer nieder auf ihren Stuhl. Entschuldigend sagte sie: „Wir nüssen heute Nachsicht mit Eva haben." Niemand widersprach ihr. Sehr lange dauerte es, ehe Eva erschien. Es fiel allen wf, doch sagte es kein Mensch. „Möchtest

sie interessiert dem, was ihr Schwieger vater erzählte. Ein wenig spöttisch musterte sie die Ge sichter der Zuhörenden bei dieser für sie so langweiligen Ge- \ schichte. Wie gebannt hingen alle Augen an den Lippen des ! alten Herrn. Sogar die sonst so kritische Mutter schien ganz \ gefangen zu sein. Den Kopf auf beide Arme aufgestützt, saß j Claus mit ernstem Gesicht; die blonde Haarlocke, die ihm bei - jedem zustimmenden Kopfnicken in die Stirn fiel, wurde \ erregt zurückgeschleudert. Lore aber saß ganz

verklärt da. Ganz dicht hatte sie sich an Vater Gasteiner angeschmiegt j und hielt seine Hand in der ihren. Und er erzählte: Aus Bayern stammten die Gasteiners. Elternlos, als armes Gemeindekind fei er aufgewachsen. Allein und ein sam, denn niemandem hatte er gehört, er war herumgestoßen worden von Hof zu Hof und war überall als lästige Zugabe und ungern gesehener Esser behandelt worden. Vierzehn jährig, als er mit der Schule fertig war, war er zu einem Schlosser und Schmied im Dorfe in die Lehre

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Tiroler Wastl
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Pagina 2 di 12
Data: 09.10.1910
Descrizione fisica: 12
, habe ich, als ich! die im konfiszierten'Teile angeführten düstern Ehrenmänner beschimpfte, ausdrücklich! auf den Unterschied zwischen Priester und Pfaffen, den ich be kanntlich immer fest halte, extra noch ganz besonders hingewiesen, damit ja niemand glaube, daß ich alle geistlichen Herren oder besser gesagt, alle Träger des Talar beschimpfen wolle. Ich wollte und beschimpfte wirklich nur jene hundsordinären Jesuiten,, die den: armen Schmied gesellen den Sohn geraubt haben, be sonders jenen niederträchtigen Jesuiten, der dein Kna ben

zur Flucht verhaft, ohne Unterlaß mit ihm in schriftlichem Verkehr stand, ihn: wiederholt Geldmittel zur Verfügung stellte, ihn: anzeigte, daß er in Jmmen- see nicht sicher wäre und darum unter einem anderen Namen weiter nach Italien verschleppt werden müsse, und der dann, als ihn die Mutter des geraubten Kna ben in einem herzzerreißenden Brief fragte, ob er ihr gar keinen Anhaltspunkt geben könnte, ihren Sohn ausfindig zu machen, ihr eilten ganz fürchterlichen Brief schrieb, der in seiner geradezu

Weggehen wolle oder etwas ähnliches. Am Tage nach seinem Weggehen kam ein Junge aus dem Jugendheim zu mir und fragte mich : „Wissen Sie schon, daß Ihr Liebling verschwunden ist?" Die Tatsache, daß Hans von zuhause durchge brannt ist, hat mich selber einige Nächte nicht schlafen lassen, weil ich immer an seine Eltern denken, mußte, wie sie sich jetzt sußn ihn abhärmen würden. Ich habe auch lange um ihn Sorgen gehabt, wie's ihm wohl so allein, ganz (allein gehen würde. Wie ich nun aus Ihrem werten Brief

eine Auf klärung schreiben wird; denn im Kloster wird er ge wiß hören, daß eine der ersten und heiligsten Pflichten die Dankbarkeit gegen trat besorgte Eltern ist. Es wäre wirklich! eine Freude für mich gewesen, wenn ich Ihnen, sehr geehrte Frau, eine befriedigende Auskunft hätte geben können. Denn auch ich habe eine gute Mutter und ich kann mir ihren Schmerz vorstel len, der sie in Ihrer Lage erfaßt hätte. Schließlich bleibt doch nichts übrig, als daß der Mensch sich ganz aus den allmächtigen, über alles Maß

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Neueste Zeitung
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Pagina 3 di 8
Data: 02.09.1928
Descrizione fisica: 8
. Mot in Z heißt, nicht ganz so! . . . r Schule >>hre Füße — diese Füße, die sich tanzend die Welt er u. a.l irrten, besungen von unzähligen Poeten, stampften nrich ^ wie die Hufe eines jungen Füllens. Ihre Hände ... Leo» HsMe Hände, die ein eigenes Leben zu führen schienen, L'ita: 11 Welliert von den bekanntesten Künstlern der Ber- v?stell Men Staaten, zerrissen ein halbes Dutzend Batist- - aus S A?tücher; scheuten nicht davor zurück, eine kostbare ^amsuu. Base kraftvoll auf die Erde zu schmettern

der Ehrenlegion sind. Nun war Grock vor mehr als 20 Jahren noch nicht Clown, sondern Erzieher der Kinder eines Vetters des ungarischen Ministerpräsidenten Bethlen. Erst später ging er zum Zirkus. Grock hat eine akademische Ver gangenheit. Nicht jeder Clown kann das von sich sagen. Nun hat man Grock in Anrechnung seiner Studien zum Doktor der Philosophie gemacht. Für seine Bedeutung als Clown, für die enormen Gagen, die er heute bezieht, fttr seine wundervolle, ganz einzigartige Laune und die künstlerische

Feinheit seiner Mittel ist das Doktordiplom nicht sehr wichtig. Aber die amerikanische Reklame wird vermutlich ans der Tatsache, daß Grock zum Dr. phil. pro moviert wurde, ihre Konsequenzen ziehen. Grock heißt mit seinem wirklichen Namen Adrian Wettach, also jetzt Dr. Adrian Wettach. Er ist Schwei zer und ging im Kanton Bern in die Schule. So oft ein Wanderzirkus kam, war Adrian im Klassenzimmer nicht zu sehen, er schwänzte. Mit 15 Jahren betätigte er sich als Klavierspieler — das war er ganz

ohne Lehrer geworden — und ging in Kaffeehäusern einsammeln. In Siebenbürgen war er dann beim Grafen Bethlen Haus lehrer, später Seiltänzer, Klavierstimmer, Jongleur und der vierte Mann bet einem W a n 5 e r- guartett. Er erzählt selbst außerordentlich nett die Geschichte, weshalb man eigentlich über ihn so viel lacht. Daraus geht hervor, daß vieles, das bei Grock zur Komik wird, ursprünglich ganz unvorbereitet passierte. Er hat ein an geborenes Mißtrauen gegen ausgewachsene Ideen und behauptet

zum: lerchtur Stuhl zu schieben und . . . mein Publikum schrie vor Einmal spielte ich ganz harmlos, Bums! Fällt mir der Deckel auf die Finger. Da wird der beste Mensch unß- trauisch, nicht? Und kann den Einfall bekommen, nach jeder Note rasch die Hand zurückzuziehen, sich zu freuen« wenn der Deckel einen nicht erwischt — das Publikum schrie vor Lachen! In W r e n hatte ich einmal einen unangenehmen Part^ uer. Noch heute ärgere ich mich über diesen Menschen! Es war einfach scheußlich

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Haller Lokalanzeiger
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Pagina 1 di 4
Data: 31.03.1934
Descrizione fisica: 4
, aus dem etwas ganz Neues oder etwas ganz Altes, der kommunistische Staat oder das Welt- imperium hervorgehen wird. So ist es auch begreiflich, daß Führer und Geführte auch in scheinbar befriedeten Ländern wie Deutschland, Italien und Rußland nur mehr durch eine Diktatur in Beziehung bleiben. Sobald die Gewalt den Einzelnen nicht mehr bedrohen würde, ginge der furchtbarste Bürgerkrieg innerhalb dieser Staaten los. Müssen wir da nicht immer wieder darauf Hinweisen, daß alles, was man dem Volke geboten

wir dich gleich hinauf. Kannst du dich sofort erfrischen in deinem Zimmer." „Gott, wie süß du noch immer dieses Ungarisch-Deutsch quaderwelscht. Du siehst verhältnismäßig noch ganz gut aus. Ich bin oft bei einem solchen Wiedersehen, wenn ich sehen muß, wie meine Mitmenschen ge altert sind, ganz konsterniert. Und ich selbst, an mir geht die Zeit so spurlos vorüber. Dank dir, mein goldiges Kind." Sie nahm aus Mädis Hand das Was serglas. „Wie erquickend, hier unter den grünen Zweigen. . . aber typhös

. . ." „No, wirst du uns später erzählen. Komm", sagte Frau Margit ganz ener gisch. „Komm, Karla, komm jetzt nur! Io sef! Rosa! Koffer hinauf ins Fremdenzim mer!" Man saß schon, eine Ewigkeit war tend, unter den Tannen. Der Wind bewegte leicht das blaugewürfelte, mit Klammern gehaltene Gartentischtuch. Die Teekanne hatte eine Haube. „Kann sie bald allein jausnen. Reißt mir schon Geduld." Unter dem Tisch um Mädis Füße trippelten die Tauben. „Hansi! Hansile! Liebes Hansile! Komm!" lockte Mädi ihre Dohle und der Ingenieur

, in einem perlgrauen Kleid aus feinem Wollstoff, eine Mode kombination von einst und jetzt, gMz nach eigenen Angaben, die moderne griechische Linie festhaltend, jedoch Vorder- und Hist- terblatt in geschmackvollen Arabesken ganz mit Soutache benäht. Eine kleine Reminis zenz der Vergangenheit. Das Gesicht war einzig, mit rosa Puder jugendlich erfrischt. „Cs hat etwas länger gedauert meine Toilette, es ist ja alles so ländlich sittlich hier... die Waschgelegenheit und so wei ter. Ach, wie liebreizend, dieser Tisch

mich entschuldigen, aber..." „Ist doch klar. Haben Sie Arbeit", nickte Frau Margit. Da verneigte sich Hans schweigend ge gen die Damen. „Mein Bruder wird überrascht sein, daß ich schon hier bin. Daß er überhaupt weggefahren ist, wo mein Besuch in Aus sicht stand?" Frau Margit war ganz in Gedanken. „No, bin ich gewohnt." Fügte aber dMn rasch hinzu: „Hat er dringend müssen." „Ia, aber ich müß es ihm doch etwas fühlen lassen. Mein seliger Mann zum Bei spiel hätte das nie übers Herz gebracht. Aber er war doch früher

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Haller Lokalanzeiger
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Pagina 4 di 6
Data: 30.10.1948
Descrizione fisica: 6
und schlüpfte, ungesehen wie sie gekom men, zur Haustür hinaus und lief, so schnell sie konnte, heim hinunter nach Hall. Die Nachricht, daß die gefürchteten Räuber und Mörder so nahe, auf dem Glockenhof, hausten, brachte ganz Hall in Aufregung. Schnell ließ der Stadtrich ter die Stadtmiliz und alle Stadtwächter sammeln, so zogen sie zum Glockenhof. Bald war das Haus von allen Seiten umstellt. Schüsse krachten, Gewehrkolben sausten auf die Köpfe der Soldaten, Mes ser blitzten auf — die Glockenhofer wehr ten

Dirndln — roacht’s dö Tafel dem Schweizer auffi. Der sagt: „Magscht si ha, Maitschi?” O, inser Dirndl hat dö Sprach glei ver standen. Aber anstatt daß sie dankt hätt, rennt sie wia besessen zu der Auslag z’ruck. Klopft mit der mords Trumm gro ßen Schokolad ans Auslagfenschter, daß i Angscht hab, es geht in Trümmer, und blärrt die Zung ins Fenschter eini und schreit ganz besessen: „Bäh, iatzt hab i a anj!! 1 I Bähhh! Und Geld braucht’s Dirndl a koans nimmer, weil heint no hat sie dös schiane Papierl

selbstbewußt hat dös Manndl dreingschaugg und auf amol sagt ,es zu mir: „Jessas, jessas, iatz hun i gor nit g’wißt, daß es no a Deitschi Luftwaffen gib.” Damit hats woll die Uniform von dem Schweizer gmoant. „Na” sag i, „a söllene gibts freili nit, aber dös isch halt oaner vo der Schweizer Musi, und dö habn halt a ganz an andere Uniform als wia inrre Salinen*Musi, oder gar die Speckbacher, dö schian. „Ja, mei”, sagts Manndl drauf, „no* cha ganget i, wenn i a Schweizer war, halt zu der Haller Musi, sunscht

schau* geten’s mi vielleicht gar no als an Nazi un." I moan, dös isch nit so ganz ohni, zur Haller Musi z giahn. Galling wer’n sie scho wieder kemmen, die Schweizer, und dann sein sie ja eh bei der Haller Musi. Und a ,so hab i no viel g’hert und g’segn •und wenn’s Dir liab isch, alter Münzer* türm, nocha derzöll i Dir no mehr söllene Gschichten. Aber iatz muaß i schnell hoam* gian, sunscht ham mir am End dös Staats* vertragspapierl kriagt und i wor nit da bei. Freili, der Inhalt werd nit gor

a so schokoladig sein, aber alleweil a Pa pierl war’s halt a. Dei Straßenwalz n. ich dir — unterhielt sich gerne mit mir, oder ich mit ihr, das kommt auf dasselbe hinaus. Übrigens ganz harmlos. Aber ich hatte so das Gefühl, als ob der Mann es nicht gerne sah, und da zog ich lieber aus.” „Also ein Blaubart?” „Sein Bart ist allerdings blauschwarz, das stimmt. Übrigens darfst du mich nicht mißverstehen; meine Beobachtungen beruhen nur auf einem Schluß. Die Leute haben ein Juweliergeschäft, nicht sehr groß

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Haller Lokalanzeiger
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Pagina 2 di 4
Data: 12.05.1934
Descrizione fisica: 4
er nur manchmal. Aber er hatte so eine nette, ehrliche Art. „Es war eine Gemeinheit, einen solchen Menschen zu betrügen. Un möglich!" Aber er fand nicht die Kraft, etwas dagegen zu tun, daß der sandfarbene D. K. W. dreimal in der Woche mit der höchsten Geschwindigkeit, die der Wagen hergab, immer wieder diesen Weg nahm. Hans dachte flüchtig besorgt an die Doktorrechnung. „Aber für Otti mußte et was geschehen. Sie war ja mit ihren Ner ven wirklich ganz her unten. Neulich diese Aufregung wegen

. Sie ist sehr zart." „Ja, selbstverständlich", versicherte ihm Hans. „Sie hat ja auch ein Mädchen." Manchmal *kam *Otti wieder mit Un behagen der Gedanke, er hat vielleicht doch schon gemerkt, daß mir gar nichts fehlt. Was müßte er da denken? In letzter Zeit war von ihrer Krankheit gar nicht mehr viel die. Rede gewesen. Da legte sie sich doch vorsichtshalber einmal wieder mit rasen den Kopfschmerzen auf den Divan nieder und meinte matt: „Ich werd wohl nie mehr ganz gesund." Dann nahm sie gehorsam die Pulver

und unbedingt notwendige Anschaffung im Auge. Nachdem er seiner Frau gegenüber schon ein paarmal unter der Blume An spielungen gemacht, die sie gar nicht aufge faßt hatte. . . aber, mein Gott, wie eben Margit war, so ganz und gar nicht sensitiv, so kam er einmal besonders männlich ent schlossen, schon mit einer kühnen Falte zwi schen den Augenbrauen, zum Frühstück. Sie waren noch allein. „No, Julius, bist du grantig, oder was bist du?" „Liebe Margit, ich bin nur ideen schwanger." „O je, Julius, laß dir Zeit

." „Mein liebes Kind, ich bedauere, an dieser Tatsache wirst du auch nichts mehr ändern, zumal gerade du in erster Linie Nutznießerin sein wirst." „Laß mich in Frieden. Was willst du eigentlich?" „Nun gut, es sei gesagt. Ich bin ge nötigt, mir ein Auto anzuschaffen." „Aber, haben wir doch Pferde. Geht ganz gut noch. Haben wir so viel Gelb gebraucht mit verhaute Landwirtschaft von dir. Wird jetzt etwas besser. Kann man doch noch warten mit solche Lurus ein Jahr." „Liebe Margit, bedenke! Jeder junge Landarzt

, ferner vom 1. Juli bis 16. September an Sonntagen). * Jub'iläums-Festaben- der Urania Hall. Die Urania Hall begeht an diesem Jahre die Feier ihres 10 jährigen Bestan des. Dank dem Interesse, welches die Be völkerung von Hall der Ortsgruppe der Urania bisheu entgegen brachte, war es trotz der widrigsten Verhältnisse möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten, während andere Ortsgruppen denselben bereits ein- für Maschinen? Machst du doch Feuerzeug, Taschenuhren, alles ständig kaput." „Das ist eine ganz

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Neueste Zeitung
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Pagina 1 di 4
Data: 14.11.1922
Descrizione fisica: 4
können. Und impulsiv begann sie zu Eveline von Hans Herwegh zu sprechen, wie sehr er Sabine liebte, und daß er sie zu hei raten wünschte. „Jetzt, wo dein Mann wohlhabend ist, steht ja nichts mehr im Wege", sagte sie. „Du weißt doch, wie gern Sa bine ihn hat, Evchen, und nicht wahr, wenn Hans kom men wird, dich und Geza um Sabines Hand zu bitten, dann wirst du —" „Nein, nein!" unterbrach Eveline ganz entsetzt Lena. „Aber was denkst du denn, Lena! Sabine wird doch jetzt, wo ihr Vater gerade eben erst zurückgekommen

ist, nicht daran denken, Hans Herwegh zu heiraten!" „Wenn sie ihn lieb hat —" „Nein, nein, das ist ja gar nicht der Fall! Und es geht doch gar nicht, dann bliebe ich ja ganz allein!" „Du hast jetzt Geza!" „Ja — aber er liebt Sabine so sehr, er wird sie doch nicht hergeben wollen." 1 „Wenn er sie so lieb hat, wird er in erster Linie an ihr Glück denken, Eveline. Und mit Hans Herwegh wird Sa bine sicherlich sehr glücklich werden", redete Lena ihr zu. „Geza kennt ihn ja nicht, aber du kennst ihn und du kannst

Geheimabkommen? Wien, 13. Nov. Nach dem „Besci Magyar Ujsag", dem Organ der ungarischen Emigranten in Wien, dessen Nach richten allerdings nicht ohne einen gewissen Vorbehalt ausgenommen werden können, soll zwischen der unga rischen Regierung und Mussolini ein militä risches Abkommen geschlossen worden sein, das Ungarn verpflichte, im Falle eines bewaffneten Zusanwrenstoßes zwischen Italien und Süöslawien acht Divisio- ganz ihm überlassen und mich ganz nach ihm richten!" schloß sie freudig, ganz beglückt

Nachmittag fand in Sabines kleinem Zimmer eine Unterredung zwischen Lena Rvthagen und ihrem Schwager, Herrn von Szelchi, statt. Eveline war sie verheimlicht worden, weil die Aufregungen der letzten Tage sie recht angegriffen hatten. Wortlos reichten sich die beiden die Hand und setzten sich stumm, Lena an Sabines kleinen Schreibtisch, während Szelchi sich einen Stuhl heranschob und dabei feststellte, daß Lena bereits zu ergrauen begann. Ganz deutlich sah er silberne Fäden in ihrem schönen, rotbraunen

. Aber er hatte es Lena nie ganz vergeben, daß sie ihm gleichsam einen Korb gegeben, ehe er sich noch erklärt hatte, und daß sie dann alles getan, was in ihrer Macht stand, die Schwester davon abzuhal ten, ihn zu heiraten. Noch immer war Lena schön, das stellte er ebenfalls fest. Ihre großen, tiefblauen Augen sahen ihn ernst an: er empfand Herzklopfen wie ein Schuljunge, der Dummhei- nen an die südslawische Grenze zu werfen, wogegen Ita lien die Verpflichtung übernommen habe, die Ansprüche Ungarns zu unterstützen

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Neueste Zeitung
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Pagina 2 di 4
Data: 23.11.1922
Descrizione fisica: 4
, bei der nieöerösterreichischen Landesregierung eindring lichst die sofortige Ablieferung aller in den Händen der Arbeiterwehren befindlichen Waffen zu verlangen. Sollte die sozialdemokratische Partei eine restlose Ablie ferung der Waffen zu verhindern suchen, so ist im Lande nach der ersten Woche unserer Bekanntschaft einen Hei- ratsantrag gemacht —" „Was?!" „Fa! Aber er fühlte sich sehr geehrt, als ich ihm anver traute, daß ich bereits heimlich verlobt sei. Er ist nämlich ein Mensch, dem man ganz unwillkürlich die größten Ge heimnisse

anvertraut. Wir sind noch bessere Freunde seit dem, und auf ihn, Hans — wirklich! — brauchst du nicht eifersüchtig zu sein. Ich bin ihm heilig, seit er weiß, daß ich verlobt bin." Hans schwieg einige Zeit nachdenklich, dann entgegnete er: „Nun, jedenfalls muß ich jetzt mit deinem Vater spre chen, mit ihm ins reine zu kommen." „Willst du es wirklich wagen, Hans?" „Ja, natürlich! Tante Lena, mit der ich sprach, che ich äbreiste, war ganz meiner Meinung. Weißt du, Sabine, ich habe doch keinen Grund

großen Zahlworte verfolgt. Nach einem Aufsatz in „Reclams Uni versum" war der Zahlbegriff Million dem Altertum und dem frühen Mittelalter noch ganz fremd. Es ist bezeichnend, daß derjenige, der das Wort „milione", das heißt Großtausend, geprägt hat, ein Rei sender war, der Benetianer Marco Polo, der auf seinen Fahrten um die Welt seinen Gesichtskreis und ebenso seinen Begriff für Zahlen ewaltia erweiterte. Er wendet in seiner 1298 geschriebenen Reise- eschreibung das Wort „mllione

" an, um die ungeheure Menge der in China lebenden Menschen zu bezeichnen. Eine derartige Bevöl kerungsfülle, die in dem damaligen Europa ganz unbekannt war. bedurfte eines neuen Wortes. Aber bei Marco Polo ist der Begriff Million nur eine ungefähre Massenangabe; als Zahlwort erscheint es erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts, und zwar begegnen wir der Zahl Million ziemlich gleichzeitig in einem Lyonefer Druck von 1484 und in einem venetianischen von 1487. Daß aber nun ein Mensch eine Million von Werteinheiten

sein eigen nennen könnte, das ist erst sehr viel später so geläufig geworden, daß man für diese Glücklichen ein besonderes Wort prägte. Die Bezeichnung Millio när, die erst durch Rotschild populär wurde und noch unseren Vätern so gewaltigen Respekt einflößte, ist zuerst von Jean Paul in Um lauf gebracht worden. Heute ist die Benennung eines reichen Man nes als Millionär bereits veraltet. Wir hören nur noch von Mil liarden; aber dies Wort war dem Deutschen vor 1870 ganz fremd. Es wurde erst

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Haller Lokalanzeiger
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Pagina 1 di 4
Data: 24.03.1934
Descrizione fisica: 4
Presse besprechungen in ganz Europa über die Habsburgerfrage statt. Immer, sobald die zwei Hälften der alten Monarchie, Öster reich und Ungarn, sich irgendwie nähern, stecken die Angsthasen, die Politiker mit dem schlechten Gewissen, die Köpfe zusammen Unsere Zeit besitzt nickt einmal Erfindungsgeist S , um auck nur einen Kirschkern originell zu itzen, doch die Anmaßung, das ganze Sonnen system abschaffen zu wollen, wenn sie es nur könnte. Diebe in Schnupfenbrunn. humoristischer Roman von Sabriele

von Sazenhofen. 6) (Nachdruck verboten.) Die Glastüren im grünen Salon stan den weit offen. Man saß in Korbstühlen auf der Steinterrasse. Mädi brachte noch auf einem Tablett die Weingläser nach und ging ganz langsam, um nicht zu verschütten. Aus der tiefliegenden Dunkelheit kam mit einem leisen, warmen Wind der Geruch nach gemähtem Gras. Die dicke Zigarre des Finanzrates leuchtete hie und da behag lich auf. „Mama, ich möchte so gerne morgen auch mitgehen auf den Schmettenkogel zur Hochwiese heuen. Sie gehört

uns uüd wir haben sie noch gar nicht gesehen." „No, was heißt gesehen? Wenn nicht unbedingt sein muß, schau ich mir diesen Berg lieber von unten an." „Ia, aber ich ginge so gern." „Wo Sie da sind, Ingenieur, laß ich Mädi ja mit. Aber mit Leuten allein, war mir unheimlich, so weit." „Das ist verständlich", sagte Hans. Und der Finanzrat meinte: „Nein, na türlich, ohne männlichen Schutz unter keiner Bedingung, in diese Bergwildnis. Ganz abgesehen davon, daß da oben einmal eine junge Frau von einem tollen

Stier voll kommen zerstampft wurde." „Aber, Papa, das war doch, glaube ich, schon vor 30 Iahren." „Liebes Kind, das genügt mir." „Nein, ich passe schon auf", versicherte Hans, Mädi zu Hilfe kommend. „No, haben Sie ja schon bewiesen." Er reichte Frau Margit Feuer. „Hoffentlich bringen wir das Heu trok- ken ein, morgen." „Ach ja", sagte der Finanzrat plötz lich ganz in Eifer. „Sehr richtig, lieber Ingenieur, das ist es ja. Da haben wir und rollen die Habsburgerfrage auf. Die beiden Saatshälften

dem Schnitt der Sense preis geben, ohne zu fürchten . . ." „No, Iulius, kann man nicht anders. Muß man natürlich liebem Gott über lassen." „Gewiß, liebes Kind, aber nicht ganz. Der hochentwickelte Mensch ist dazu berufen, sein Schicksal und Gott zu unterstützen." „Und wie willst du das machen. Iu lius?" „Sehr einfach. Ich müßte zu diesem Zweck natürlich verreisen." „Hab ich Freude! Jetzt hast du Tante eingeladen, da bleib nur auch, sei so freund lich!" „Aber es handelt sich doch da nur um 2 bis 3 Tage

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Alpenrosen
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Pagina 1 di 4
Data: 12.08.1916
Descrizione fisica: 4
, ernsten Zeit, sie ist besser, tüchtiger geworden, hat denken und sich beherrschen gelernt. Sie siigll sich klaglos ins Unvermeidliche und war ganz stolz darüber, wenn Hans es merkte und mit seiner Anerkennung nicht sparte. Ter gute, einzige Mann, anderthalb Jahre schon war er ferne von ihr, nur mit einer zweiwöchigen Urlaubsunterbrechung, — an derthalb Jahre schon kämpfte er fürs Va terland, für sein heißgeliebtes Vaterland. Ja — dieses Vaterland ! Es war ja auch das ihrige, aber ein Weltkrieg mußte

seinem Großvater gehörte. Hier wurde sie erzögen, hier wuchs sie heran, hier war sie heimatberechtigt. Als Backfisch fing sie plötzlich an über Italien und ganz besonders über Venedig zu schwärmen. Sie verschaffte sich alle Bü cher, die von dieser interessanten Stadt be richteten; von ihren prächtigen Kirchen nnd Palästen, ihren ungezählten Brücken, ihren reichen Sammlungen und Kunstschätzen. Sie lernte mit Eifer italienisch, wußte all die vielen italienischen Provinzen am Schnür chen herzusagen

und war unendlich drollig in ihrem Entzücken über alles, was Italien betraf. Man ließ ihr die Freude und hielt ihre Ausfälle für Kinderei, die sie wohl mit den Kinderschuhen ablegen würde. Diese Erwartung traf jedoch nicht zu, denil ihre Schwärmerei steigerte sich in bedroh licher Weise, als aus Julchen eine Julie geworden war. Zhr deutscher Name Julie Lerner gefiel ihr ganz und gar nicht Nnd sie bedauerte unendlich, daß sie an dem Fa miliennamen nichts ändern konnte, dafür aber nannte und unterschrieb

dir ein, nicht um alles in! der Welt, dazu kann ich viel zu weuig! Auch Hab' ich noch nie öffentlich gespielt." „So wirst du's jetzt tun." „Das werde ich ganz gewiß nicht!" „So willst du mich im Stich lassen, du Ungeheuer von einer Freundin?" „Aber sei, doch nicht komisch, Fritzl, — würde mich schön blamieren." „Geh, das .glaubst du doch selber nicht; wir üben fleißig und da ist jede Blamage ausgeschlossen. Schüttle nicht dein ftafa

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Alpenzeitung
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Pagina 3 di 8
Data: 15.07.1934
Descrizione fisica: 8
sich ganz seltsam vor, nachdem Duft. Sie hatte ihr weißes Konfirmationskleidchen er jetzt so lange in der großen Stadt gelebt habe, an. Es wippte in drei Volants um ihre dünnen Und die Mädchen hier wären albern und dumm. Beine. Um die Taille hatte sie einen Zopf von in- Aber sie sei ganz anders. Sie wäre auch die «in einander geflochtenen bunten Seidenbändern ge- zige, mit der er heute abend tanzen möchte. Sehr schlungen, weil sie in all der sommerlichen Pracht gern sogar. 5en Wunsch gespürt

hatte, auch geschmückt und Anja wußte nicht, was sie darauf antworten schön zu fein. Sie war ein wenig betäubt von der sollte. Dies war alles so neu für sie. Noch nie hatte Hitze und ihrer eigenen Erwartung und Erre- ihr jemand ähnliche Dinge gesagt, und so war sie gung. Sie durfte heute zum erstenmal ein Fest be- ganz erlöst, als er vorschlug, doch für ein Weil- ,uchen: ein richtiges Fest mit Musik und Tanz, das chen aus dem heißen, rauchigen Saal heraus an die Schüler des Gymnasiums zur Einweihung die frische Luft

zu gehen. Als sie hinaustraten, sah Ihres neuen Schulgebäudes gaben. Anja, daß es inzwischen dunkel geworden war. Anja hatte noch nie etwas Derartiges miterlebt. Die Luft stand schwül und unbewegt zwischen den Die meisten Mädchen ihrer Klasse hatten schon Bäumen. Der Himmel war ganz dunkel lind sam- manchmal getanzt und unterhielten sich in der ten. Der Student hatte Anja untergefaßt und ging Pause über die Schüler und ihre Erlebnisse mit langsam die Allee mit ihr hinauf. Er erzählte

ihr ihnen. Manche wurden sogar mittags abgeholt jetzt von seinem Lebeil in der großen Stadt, von und taten sehr wichtig und geheimnisvoll. Anja den Menschen dort, daß man aber im Grunde doch hatte diesen Dingen bisher ziemlich teilnahmslos immer einsam bliebe. Das Leben sei überhaupt gegenüber gestanden. Ihre Welt, ihre Gedanken in Wirklichkeit ganz anders, als man es sich als und Sehnsüchte waren so ganz anders, und es Kind so ausdächte, erschien ihr unmöglich, eine Beziehung herzustellen Anja wurde bei seinen Worten

und Schönste und Heiligste auf der Welt sei, dasselbe sein sollte, wie das, wovon sich die Mädchen unter Kichern und Flüstern erzählten. Sie konnte sich vor allem nicht denken, daß man für einen der Jungens — dieser Jungen, die man kannte und täglich sah — etwas derartig Geheimnisvolles und Hohes emp finden könnte. Trotzdem freute sie sich auf das Fest: Auf das Zusehen, die Musik und die vielen hübschen und 15 Jahre lang mußte er täglich von früh bis spät frohen Menschen. Nun war sie schon ganz nah

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Innsbrucker Zeitung
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Pagina 6 di 8
Data: 03.05.1934
Descrizione fisica: 8
zu werden, in ganz außerordentlicher > Weise befördert wurde. Dazu ein paar gelungene Karikaturen von. Ministern und Ministerialbeamten und zwei nebensäch liche Liebesgeschichten. Das Stück hat nur den einen Fehler, daß es ein paar Jahre zu spät aufgeführt wird; durch einen solchen Ulk wird der ernste staatliche Aufbauwille sicher nicht gefördert. Zudem hätte keine unpassendere Zeit für die Auf führung gefunden werden können als gerade der Vorabend und Festtag der Verfassungsfeier. Dr. F. M. t. Die Katholische

im Mpen- vorland einige Gewitter nieder. Heute früh war es wieder heit und warm. — V 0 rhersage: Sommer liches Wetter mit örtlichen Gewittern. München, 2. Mai. Heiter und warm, örtliche Gewit terbildungen. Wetterbericht von der Innsbrucker Nordkettenbahn Hafelekar, 2300 Meter Seehöhe. Heute 11 Uhr vormittags Barometer leicht fallend, 8 Grad, mittel starker Südwind, ganz bewölkt, Fernsicht gut. Wetterbericht der Patscherkofelbahn Bergstation Patscherkofel, 1980 Meter Seehöhe. 11 Uhr vormittags

Mensch, zu dem ich irgendwie gehöre. Ich freue mich, wenn ich zu Ihnen kommen darf. Aber letzt muß ich zurück. Unser Herr Major will uns von aer Eisbahn abholen." Schweigend gingen sie beide zurück. Es lag noch eine - cheu zwischen ihnen, die nicht ganz gebrochen war. Abends nach elf Uhr. Das Regiment der neun Iungens lag seit einer Stunde zu Bett. Drei kurze Fingerstriche raschelten an der Tür, das Zeichen für Hans Eimen. Albert fuhr hoch. „Hans?" ..Schläfst du noch nicht, Albert

?" Auf den .Zehenspitzen drehte sich die große, weiße (bestalt durch die wenig geöffnete Tür und schloß sie ganz leise hinter sich zu. Mit drei langen Schritten war Einem an Alberts Bett. „Albert, du wolltest mir von deinem Vater erzäh len." Die beiden Jungen saßen dicht nebeneinander. Sie fröstelten, aber sie wußten nicht, ob es die nächtliche Kälte oder die innere Erregung war. „Ich habe meinen Vater nie gekannt, Hans. Meine -'lütter, ach, wenn du wüßtest, wie lieb, wie gut meine Mutting war!" In Albert würgte

, nur angedeuteter Stimme: „Heute habe ich den alten Herrn kennengelernt, nach dem ich dich ein mal gefragt habe. Du kanntest ihn auch nicht. Latz mir diese Bekanntschaft allein, laß mich manchmal zu ihm gehen, wenn wir beide offiziell zusammen sind. Es ist ein großer Freundesdienst, wenn du mir das er möglichst. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube, ich habe den alten Mann früher schon gekannt." Mit einem Ruck drehte sich Albert dem Freunde ganz zu und versuchte, in seinen Augen eine Antwort erkennen

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Volkszeitung/Deutsche Volkszeitung
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Pagina 7 di 12
Data: 23.08.1952
Descrizione fisica: 12
aus dem leeren Winkel? Das ist aber — das ist unheimlich! Da halten Sie, bitte, den Wa gen an — ich möchte aussteigen. Ich fahre nicht gern in der Straßenbahn mit Leuten, die man hört, aber nicht sieht — das ist ja . . ., unheimlich ist es, ganz unheimlich.“ Der Schaffner zog an der Klingelschnur, der Wagen hielt, die Frau stieg aus. Dann fuhr die Straßenbahn weiter. Die anderen Fahrgäste hatten aufmerksam zugehört, sie ließen nun alle die Zeitung sinken, die sie gelesen hatten und starrten in dey leeren

Winkel. Aus dem Winkel aber klang die Stimme, und es war, als lachte sie ein we nig: „Unheimlich ist es, ganz unheimlich.“ Da baten auch die anderen Fahrgäste, den Wagen anzuhalten, denn sie wollten aussteigen. Der letzte, es war ein hagerer Mann mit einer dicken Brille, klopfte mit leidig auf die Schulter des Schaffners, als wollte er sagen: „Armer Teufel, das ist keine einfache Sache, das ist sehr, sehr ernst!“ Aber er sagte gar nichts. Der Schaffner gab wieder ein Klingel zeichen und der Wagen

fuhr los. „Nun ist der ganze Wagen leer“, sagte der Schaff ner vor sich hin. „Jetzt kann niemand eine Fahrkarte verlangen, jetzt kann niemand zu mir sprechen. Wenn ich nun eine Stimme höre, die eine Fahrkarte verlangt, zum Schloßpark oder zum Bahnhof oder zur Universität oder zum Mond oder — nun, ganz gleichgültig, wohin —, dann ist irgend etwas nicht in Ordnung — mit mir — oder mit dem Wagen — oder mit dem Wetter — oder . . .“ „Fahrkarte, bitte. Zum Schloßpark!“, klang es deutlich aus dem Winkel

. Und es klang dreimal, langgezogen, hohl, dumpf. Da riß der Schaffner an der Klingel schnur, so heftig, wie er noch nie die Klin gel gezogen hatte. „Halt! Halt!“, schrie er. „Stehen bleiben! Der Wagen ist verhext!“ Der Wagenführer blickte sich um, hielt den Wagen an, stieg aus, ging zum Schaff ner, dessen Augen weit aufgerissen waren. „Horch!“, sagte der Schaffner. „Fahrkarte, bitte, zum Schloßpark“, sagte das Echo. „Das ist ja unheimlich, ganz unheimlich.“ Der Wagenführer sagte kein Wort, er ging

einander, was vorgefallen war und sagten, sie glaubten es nicht, so etwas sei ganz unmöglich, und andere sagten, sie hätten schon oft von verhexten Straßenbahnwagen gehört, in de nen geheimnisvolle Stimmen erklangen und wieder andere erklärten, es wäre das Vernünftigste, sich um den unsichtbaren Fahrgast nicht zu kümmern, eine Fahrkarte zum Schloßpark auf den leeren Sitz zu le gen und weiterzufahren — sonst kämen sie alle zu spät zur Arbeit. Aber sie waren alle so sehr damit be schäftigt

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Alpenländer-Bote
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Pagina 5 di 16
Data: 01.06.1913
Descrizione fisica: 16
ist blind und trifft oft ganz verkehrte Anstalten. Was sich der Hans früher gewünscht hatte, ging jetzt in Er füllung. Er wurde bei seiner letzten Militärstellung behalten und mußte zu den Schützen einrücken. Das Vronele weinte und er knirschte mit den Zähnen. Da half nichts, es mußte geschieden sein. Bevor sie auseinander gingen, gelobten sie sich, unentwegt zu sammenzuhalten. Zwei Jährlein, tröstete der Hans, wären bald vorüber und dann stünde nichts mehr ihrem Glück im Wege. Aber in zwei Jahren

die Näherin nen die Wirkung der schlimmen Nachrede. Sie erhiel ten keine Arbeit mehr und mußten darben. Im Früh jahre trieb sie der Jedlbauer aus der Herberge im Klammhäusl und sie vermochten in ganz Rettenbach keinen' Unterstand mehr zu bekommen. Nach langem Herumbetteln fanden sie endlich drau ßen in Gutenbrunn ein ärmliches Quar tier. Aber der Verdienst fehlte ganz, da in Guten- brunn ehedem zu viel Näherinnen waren. Bis auf ein einziges Kleid, das sie am Leibe trugen, verkauften

das Vronele nicht mehr- im Klamm häusl. Die Stiefmutter zu Hause sagte ihm mit bos haftem Grinsen, sein Schatz wäre verdorben und ge storben- er möge nur draußen im Pfarrbuche von Gu tenbrunn nachschlagen lassen. Durch Lerumfragen in der 'Nachbarschaft erfuhr der arme Bursche die volle traurige Wahrheit. — Als er sich ganz klar wurde, bekam sein Gesicht eine geisterhaft blässe Farbe, er zitterte wie eine Rute und schaute mit wild rollen den Augen vor sich hin. Nach einer Weile stieß er die heiseren Worte

hingebettet hatten. Als er das Grab im düstern Friedhofwinkel, ganz von Sträuchern überwuchert, erblickte, überkam ihn wieder das sieberhafte Zittern, sein Gesicht aber war starr, wie gefroren und die Tränen rannen daran herunter wie das Wasser über einen Stein. Endlich löste sich der stumme, grausame Schmerz. Ein lautes Weinen rang sich aus seiner Brust, er kniete auf das Grab nie- nieder und sagte leise, zärtlich: „Vronele, du unschuldiges Kind, o wie haben es dir die Menschen gemacht! In deinem Leben

nicht, dein Hans ist wieder da und er laßt nicht von dir, magst auch tausendmal gestorben sein." Am nächsten Tag war alles Gras und Sträucher- werk im Friedhofswinkel ausgerauft und Vroneles Grab war ganz mit Blumen überdeckt. Der Hans hatte einen Korb voll der schönsten Frauenäuglein, Vergiß meinnicht, Engelsblüh und Blutströpflein vom Berge heruntergebracht und sie so dicht auf Vroneles Grab gesteckt, daß der kleine Hügel aussah wie eine bunte Stickerei. Von jetzt, an kam er alle Wochen zweimal und erneuerte

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Neueste Zeitung
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Pagina 4 di 4
Data: 19.07.1919
Descrizione fisica: 4
von Futterstoffen aller Art ins Auge zu fassen sein. Für Gerste und Drais ist das allerdings nicht so einfach, denn für Gerste war von jeher Rußland der haupt sächlichste Lieferant, und von dort sind größere Mengen vorläufig schwerlich zu erwarten. Mais ist in Nordamerika ganz außerordent lich teuer, weil die letzte Ernte nur verhältnismäßig klein war und die Aussichten für die kommend« Ernte auch nur auf mäßige Er gebnisse deuten. Nordamerika hat daher schon Bezüge von La Plata-Mais aus der 18er Ernte gemacht

sofort selber hinauf getragen und mit meinen eigenen Augen gesehen wie ste's einnahm. Sie lag bereits im Bett und war offenbar fürch terlich aufgeregt. Ich sagte zu ihr: „Regen Sie sich nicht so auf, gnäd'ge Frau," sag' ich. „Da is die Arznei, die Ihnen der Herr Doktor verschrieben und eben geschickt hat," und damit schüttete ich die Medizin in ihr Glas. „Das wird Ihnen einen prächtigen Schlaf bringen, und morgen früh werden Sie wieder ganz gesund und so frisch wie der junge Tag sein," Da saß

Dttmms wieder ins Gespräch, das ist das: die Haustür war ver schlossen und verriegelt, ganz genau so, wie ich sie ver- schloffen hatte, als ich gestern abend nach Hause kam. Und das gleiche war mit der Hintertür der Fall. Auch kann sie nicht durch die Fenster gestiegen fein, da sie beide auf der Innenseite festgenmcht sind, und von den Kaminen zu reden, wäre öumures Zeug. Wie nun in aller Welt, Herr Doktor, hat sie das Hans verlassen können? Das is mir unverständlich und bringt mich noch ganz

aus dem Häuschen, Herr Doktor, das dürfen Sie mir glanvcn! Das glaub' ich auch, erwiderte ich. Es ist ganz seltsam. Haben Sie während der Nacht gar nichts gehört? Nein. Ich schlafe immer wie ein Stirck Holz. Meine Alte aber glaubt, sie habe was gehört. Ich denk' mir's nur, bemerkte Frau Mimms, und kann vielleicht auch nur geträumt haben, aber es kam mir so vor, als ob jemand aus dem Haus ausziehe. Aber ich glaube eher, daß ich geträumt habe, denn mit dem Schla fen geht mir's. wie meinem Wilhelm: ich schlafe

fest und gesund bis sechs Uhr: mit dem Glockenschlag erwache ich und springe dann frisch wie ein junges Mädchen aus dem Bett. Ganz merkwürdig, sagte ich. Wollen wir nicht hinauf gehen und uns die Bescherung ansehen? Gewiß, Herr Doktor. Frau Mimnis eilte voran, dann folgten wir zwei Männer, während Anna mit vor Auf regung weit aufgerissenen Augen das Züglein beschloß. Wir begaben uns geradenwegs in das Schlafzinuner der Gräfin, wo eine ungewöhnlich unordentliche Szene sich meinen erstaunten Augen

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Tiroler Bauern-Zeitung
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Pagina 6 di 16
Data: 16.01.1936
Descrizione fisica: 16
und Vogelschutz find, aber die Zäune zu visitieren, das be trachte ich als eine Wichtigmacherei auf Kosten der Bauern. Es kommt nicht selten vor, daß der Bauer ganz überrascht von den Behörden verständigt wird, daß sich an Draht zäunen in den Bergen Tiere und Menschen verletzen könnten und diese Zäune deshalb beseitigt werden müssen. Daß manchmal Wolle in den Drahtzäunen zu sehen ist, das stimmt, sieht man doch auch an Holzästen Wolle hängen, wenn Schafe durchgehen, aber daß ein Tier an einem Zaun verletzt

und Schuhkorpsangehö riger, die gefallen oder an ihrer Verletzung oder Erkran kung gestorben find. Bisher wurden im ganzen 372.340 Fälle befürsorgt. Befürsovgte Invalide gibt es derzeit noch 57.544. Nahezu unverändert ist auch die Zahl der Witwen renten, gegenwärtig 30.471. Dagegen ist die Anzahl der in Bezug von Waisenrenten sichenden Soldatenkinder ganz bedeutend gefallen. Im Jahre 1924 betrug sie noch 81.537, gegenwärtig nur mehr 14.115. Im gleichen Zeitraum ist auch die Zahl der sonstigen Hinterbliebenen

Geschäften gefragt Hab, die sie oft schwer drücken. Ja, ja. So lang man auf der Welt ist, kann man's halt nit ganz ablegen, das Irdische. Versteht sich, ja. Sind auch ein bißl weit von einand, Himmel und Erden, man kann sich ganz nett derkugeln dazwischen. Aber wenn man sich halt recht fest an den Baum des Glaubens hält, weißt Briglin, dann macht's einem nit gar so viel, wenn's noch so arg stürmt und wittert." Die Herzlichkeit tat dem vielgeprüften Weibe wohl. Der war ganz anders als sie zuerst gemeint

er sich eben von ihr selber erzählen, was zu wissen ihm seine Pflicht gebot. Die alte Briglin war einst eine glückliche Mutter ge wesen. Dann aber kamen Tage voll Sorge und Trübsal und nun war sie eine weinende Mutter. Eine von vielen. Das Einst lag weit, weit zurück. Da war er noch klein, der Hiasl, ganz klein. Sie hatte damals gemeinsam mit ihrem Manne, dem seligen Briglhias, ein schönes Haus, eine nette Bauernschaft mit einer Krämerei gehabt und sie waren angesehene Leute. Dann kam noch der kleine Hiasl

Arbeiter an. Sie brauchten nur an der Maschine zu stehen und von Zeit zu Zeit einen Handgriff zu machen. Immer den gleichen. Da war der Hiasl nun auch nimmer zu halten. Es wurde Mode im Dorf, in die Fabrik zu gehen. Der Jörg, der Veit, der Florl, der Hans und noch ein paar andere waren auch schon dort. Sie brachten jede Woche ein ganz nettes Geld heim. Und weil der Hiasl gar nicht aufhörte, so ließ sie ihn halt gehen. Aber lieber hätte sie ihm schon daheim gehabt. Ahnte sie etwas? ... Wenige Jahre

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Volkszeitung/Deutsche Volkszeitung
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Pagina 4 di 8
Data: 02.09.1926
Descrizione fisica: 8
? Die Herren bei der Staatsanwaltschaft brauchen ja nur in ben Jnseratenfpaltm der „Innsbrucker Nachrichten" Einblick zu nehmen, um zu erkennen, wie sich der Wohnungs wucher breit macht. t Ganz so unversck>ämt offen, wie in der Wiener kapita listischen Presse, treiben es unsere Wohnungswucherer ja noch nicht, und eine Anzeige, wie die folgende, die in einer Wiener Zeitung stand und die zu den schamlosesten Auf- reizungen gehört, an denen unsere Zeit wahrlich nicht arm ist, getrauen sich bie Herrschaften

zahlen muß, welche Summe die Einfuhr aus Tirol so verteuert, daß der Absatz von Zuchtvieh nach Bayern in den letzten Jahren ganz bedeutend zurückgegan gen ist. Dies empfinden speziell die Kleinbauern AuSferns, O'berinntals und der anderen tirolischen Grenzgebiete sehr hart, weshalb die Forderung der Tiroler Bauernschaft immer dahin ging, die Einfuhr von Zuchtvieh nach Bayern zu erleichtern. Als dann der Tiroler Landeskulturratspräsident Andrä Thal er Bundesminister für Landwirtschaft wurde, gaben

soll. Die Landwirtschaft in Tirol hat wegen des Gebirgscharakters unseres Landes mit ganz eigenartigen Schwierigkeiten zu .rechnen, welche gewiß am besten von jenem Landwirtschafts- Minister gewürdigt werden, der selber ein Laudeskind und ein Tiroler Landwirt ist, Minister Thaler bringt für sein I Amt eine gründliche Kenntnis der Bedürfnisse der öster reichischen und namentlich der tirolischen Landwirtschaft mit. Dazu kommt eine begeisterte und opferwillige Liebe zum Bauernstand und ein ganz ausgesprochener Sinn

wird. Diese Zollerhöhung dürste den ohne dies bereits bestehenden hohen Einfuhrzoll um weitere 300.000 Kronen per Stück Vieh erhöhen und damit die Vieh ausfuhr nach Bayern beinahe ganz unmöglich machen. Es scheinen sich also die „zahlreichen und berechtigten Erwar tungen", die der Bauernbund an die Ernennung Thalers zum Landwirtschaftsminister geknüpft hat, nicht nnr nicht zu erfüllen, sondern geradezu ins Gegenteil zu verkehren. Nachdem Minister Thaler aber, wie die „Bauern zeitung" sagte, „eine gründliche Kenntnis

den Singvögeln eine so ganz andere Auffassung haben, während die Schwalben bei uns Deut schen so beliebt sind und wir im Frühjahr, sobald ihre er sten Vorboten und Quartiermacher eintresfen, uns immer wieder freuen. Kürzlich tagte in Oesterreich eine Konferenz der Tierschutzvereine, wobei auch zu dieser Massenvertilgung von Sing- und Jnfektenvögeln in Italien Stellung genom- men wurde; es wurde dabei beabsichtigt, an eine maß gebende Stelle in Italien mit einem schriftlichen Ersuchen heranzutreten, man möge

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Tiroler Land-Zeitung
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Pagina 2 di 10
Data: 21.11.1896
Descrizione fisica: 10
oder auf eine Zulassung desselben lauten darf. Kriegsminister v. Goßler besprach sodann den Fall Brüsewitz. (Premierlieutenant v. Brüsewitz stach in einem Karlsruher Kaffeehaus einen Techniker Namens Siepmann nieder, der ihn durch eine Antwort verletzt hatte.) General Goßler führt aus, das kriegsgerichtliche Urtheil im Falle Brüsewitz sei gefällt, jedoch noch nicht bestätigt und daher nicht rechtskräftig. Brüsewitz stamme aus ganz einfachen Verhältnissen. Er habe eine vor- wurfsfteie Dienstzeit hinter sich, war nie

derselben an die äthiopische Regierung zu- j rückzuerstatten. — Negus Menelik richtete am Tage ! des Friedensabschlusses ein Telegramm an König ! Humbert, in welchem er unter anderem sagt, er wisse , daß der 20. November als Geburtstag der Königin ; Margherita — ein Festtag der italienischen Königs- ! familie sei. Dieser Tag werde sich zu einem Tage der ! Freude für die Väter und Mütter der italienischen ; Gefangenen gestalten. — Die Nachricht von dem ; Friedensschlüsse mit Abessynien und ganz besonders die Frei- I gäbe

der 1300 Kriegsgefangenen wird in ganz Italien ! als ein freudiges Ereigniß begrüßt und auch das Mi- nisterium Rudini wird heillos froh sein, nunmehr freiere Hand zu bekommen. So lange die Gefahr vorhanden ? war, daß noch weitere 40.000 Mann zur Verthei- digung gegen einen eventuellen Angriffskrieg des Negus nach der Eriträa gesendet werden müssen und daß man das Kolonialbudget um weitere 60 Millionen Lire des möglichen Krieges wegen zu erhöhen haben werde, fühlte sich das Ministerium nach allen Seiten

wurden in den Jahren 1895 und 1896 ausgesührt, von einem Wanderlehrer aus Rothholz besichtiget und auf Grund seiner Anträge nunmehr vom ständigen Ausschüsse für 19 Alpen Subventionen von 260- 20 ft. herab zuerkannt. Für Alpenverbesserungen in ganz Deutschtrrol stand für die Jahre 1895 und ib96 eine Staats subvention von zusammen 2000 ft zur Verfügung. Auf Grund der Besichtigungsberichte des Molkerei- wanderlehrcrs Stadler wurden 18 Alpen mit Prämien von 240 bis 40 fl. vertbeilt. Zur Einschränkung

Herrlichkeiten! Und bewundernd schweift mein Auge darüber hin, doch in meinem Innern regt sich nicht der Wunsch, das oder jenes zu besitzen . . . „Welch' schöne Frau!" höre ich neben mir die Leute sagen und ich folge der Richtung ihrer Augen. Ich zucke nicht zusammen, da ich in einer vornehmen Karosse die schöne Sängerin 36. vorüberfahren sehe. Die Equipage sammt den Pferden hat sie von mir und die Boutons, welche an ihren kleinen Ohren flimmern, habe auch ich bezahlt. Hahaha! Ich muß ganz unwillkürlich

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Kitzbüheler Nachrichten
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Pagina 5 di 8
Data: 29.09.1934
Descrizione fisica: 8
nach Herzenslust. Indes sen trabte die schwarzweiß und gelb tschekete Henne durch den Hausgang hinein und sang ihr Lied da bei: „Goa goa, goa; — goa gaga goa —". Und jetzt trat sie suchend in die Küche herein, sah die beiden Diebe und schrie ganz erschrocken: „Goa gagga goa!" Und dabei sah sie forschend die Kinder an. „Na — die Henn!" tat erschrocken die Lina und ihr wurde ganz unheimlich zu Mute. „Die Henne siehts, daß sie stehlen. Und wenn sie es der Mutter sagt! —" Daran dachte die Henne nicht. Sie sah

!" erwiderte der Sepp und tat noch einen kräftigen Griff rn die Schüssel und seinem Beispiele folgte Lina; nur warf sie auch der Henne noch ein Stückchen vor, mit den Wor ten: „Aber darfst gewiß nichts sagen!" Und dann gingen sie hinaus auf den Sölder, ganz zur Ecke hin, saßen dort nieder und verzehrten ben Rest ihrer Beute. Da kam auch schon die Mutter vom Brunnen zurück, trat in die Küche und sah die Henne, die noch am Boden suchte und die fettigen Flecken bepickte. Da sie aber nichts mehr fand, trabte

die bei den an: „Was habt ihr getan?" Und ganz feuerrot im Gesichte, sagt noch leise Lina zum Sepp: „Siehst, die Henn! Jetzt hat sie's doch g'sagt!" Dann aber sprach die Rute — —. Unter dem Sölder aber sang lustig die Henne: „Goa—goa—goa—goa, gagga goa—goa". Begegnung im Arbeitsamt Novelle von A. O. Köpf Nach Jahren trafen sie sich in der Straßenbahn wieder. Früher einmal — als Kinder — hatten sre zusammen gespielt. Die beiderseitige Zuneigung hatte sich auch später erhalten. Aber, wie das Schicksal

geklungen, hätten ihre Braunaugen nicht so treuherzig geblickt, Hans würde ihr sicher eine seiner sarkastischen Antworten hingeworfen ha ben. So aber fühlte er, wie ihm die Röte in die abgehärmten Wangen schoß. Während er noch ihre kleine, schmale Hand hielt, überlegte er, ob es nicht das Beste wäre, ihr geradeheraus die volle Wahrheit zu sagen. Dann aber siegte doch wieder die dumme Scham und er log, wie die meisten Menschen lü gen: „Danke, es geht ganz gut. Und leben tu ich auch immer noch." Kaum

war die Unterhaltung einigermaßen in Fluß gekommen, entschuldigte sich Hans plötzlich, er wolle auf der Plattform rasch eine Zigarette rauchen. Es war nur deshalb, damit Jngeborg nicht zusehen konn te, wie er dem Schaffner seine Arbeitslosenkärte vor wies. Als er wieder kam, schmollte Jngeborg: „Ein großer Kavalier bist du Nicht geworden, Hans. Belm Zigarettenrauchen hätte ich ganz gern mitge macht." Wieder errötete Hans. Eine geheimnisvolle Macht, dem Heimweh verwandt, zog ihn zu diesem Mäd chen

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