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Brixener Chronik
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Pagina 4 di 8
Data: 04.11.1902
Descrizione fisica: 8
, die wie ein duftendes Veilchen neben der struppigen Dornstaude beim Vater auf wächst! In der Blüte der Jahre zerreißt der Tod mit grausamer Hand die zarten Bande, die sie mit der reinsten Liebe an Konrad fesseln. Mitten darin die schaurige Prozession der Toten, die tief verhüllt mit brennenden Lichtern um Mitternacht zur Kirche wallen. Das Stück ist in Bezug auf gewisse Rollen schwer zu nennen; doch befanden sich die Rollen durchwegs in bewährten Händen. Zuerst tritt auf die ruhige, ernste Witwe Brüdig, die Mutter

des Konrad, die mit nimmersatter Liebe an ihm hängt. Dann sehen wir den alten, gebeugten, zitternden, mißtrauischen MMer. Jeder Zug im Gesicht, jede Bewegung zeigt uns tadel los den harten Geizhals — ein Ebenbild des unerbittlichen Todes. Fast getreuer ist noch die Rolle der Klara wiedergegeben. Der Wechsel der Gefühle in Bewegung, Blick und Sprache ist meisterhaft gegeben, reif für jede Bühne. Der lebenslustige, elastische, wie auf Federn daher- geschnellte Totengräber scheint seine Rolle aller dings

nicht ernst genommen zuhaben. Gar nicht leicht ist die Aufgabe unseres Konrad. Er soll sein bald der liebende Tröster, bald selbst er griffen vom tiefsten Herzensweh, bald gereizt und gespannt bis zur höchsten Erregtheit, bald ergeben in stummer Resignation. Dieser Gefühlswechsel geht ihm oft zu rasch; er ist der kühle Tiroler,, der nur zu leicht hinter dem Gläschen und den Rauchwölkchen seiner Pfeife das Herzensweh vergißt. Ferner paßt das neue Schriftdeutsch nicht gut zum Bauern- oder Bürgerkittel

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