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Zur Problematik der Heiligkeit der Veträge : eine Studie über die clausula rebus sic stantibus im Völkerrecht.- (Schriften des Instituts für Sozialforschung in den Alpenländern an der Universität Innsbruck ; 7)

Autor: Reut; Nicolussi, Eduard / Eduard Reut; Nicolussi
Erscheinungsjahr:1931
Erscheinungsort:Innsbruck
Verlag:Wagner
Umfang:200 S.
Medientyp:Buch
Sprache: Deutsch
Schlagwort:s.Völkerrechtlicher Vertrag
Kategorie: Recht, Politik
Notation:13 Vr
Signatur:II 7.875 ; II 58.593
IDN:233974
Anmerkungen:-

Treffer:Seite 139
Textauszug:
Darnach gilt für sie nur jenes Recht, das sie als bindend anerkannt haben. So gilt also für die nordamerikanische Union und für alle anderen dem Völker bund nicht angeschlossenen Staaten die Norm der Vertragstreue im Sinne der Individualrechtsordnung weiter und weder die Satzung noch andere ge setzgeberische Akte des Völkerbundes stellen für diese Staaten Normen dar, es sei denn, daß sie sie durch ihren ausdrücklichen Beitritt oder gewohnheits rechtlich anerkannt haben. Dies wirkt

sich aber noch weiter aus. Wenn eine Gruppe von Staaten außerhalb des Völkerbundes steht und den in und von diesem geschaffenen Einrichtungen entrückt, dem von ihm gesetzten Normen nicht unterworfen bleibt, so sind diese Einrichtungen und Normen auch für die Beziehungen zwischen den Mitgliedern des Völkerbundes einerseits und den Nichtmitgliedern andererseits unmaßgeblich und unverwendbar. Die Rechts ordnung des Völkerbundes ist dann eben partikuläres Recht und in allen Beziehungen, welche die Grenzen des Bundes überschreiten

, wirkungslos. Auch das Prinzip der Gleichheit der Staaten würde einer anderen Auffassung widerstreiten. Diese Gleichheit ist eine Gleichheit im Rechte und bedeutet, daß kein Staat anderen Normen, anderen rechtlichen Beschränkungen unter worfen ist als die übrigen oder auch nur einer oder einige der übrigen Staaten. Wäre nun ein Mitglied des Völkerbundes in seinen Beziehungen zu einem Nichtmitglied besonderen Bindungen unterworfen, etwa den Vorschriften der Satzung über das Kriegs verhütungsrecht

. Somit ändert sich auch an Jenen Folgerungen nichts, die oben aus der Eigenart der völkerrechtlichen Ordnung und Gemeinschaft für das völkerrechtliche Vertragsrecht gezogen wurden, soweit es sich um Rechte und Pflichten zwischen den Nichtmitgliedern oder zwischen Mitgliedern und Nichtmitglie dern des Völkerbundes handelt. Dabei soll jedoch nicht übersehen werden, daß dem Völkerbunde die überwiegende Mehrheit aller Staaten der Erde, insbesondere auch alle zum abendländischen Kulturkreise gehörigen
1931
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Zur Problematik der Heiligkeit der Veträge : eine Studie über die clausula rebus sic stantibus im Völkerrecht.- (Schriften des Instituts für Sozialforschung in den Alpenländern an der Universität Innsbruck ; 7)

Autor: Reut; Nicolussi, Eduard / Eduard Reut; Nicolussi
Erscheinungsjahr:1931
Erscheinungsort:Innsbruck
Verlag:Wagner
Umfang:200 S.
Medientyp:Buch
Sprache: Deutsch
Schlagwort:s.Völkerrechtlicher Vertrag
Kategorie: Recht, Politik
Notation:13 Vr
Signatur:II 7.875 ; II 58.593
IDN:233974
Anmerkungen:-

Treffer:Seite 160
Textauszug:
Kriegsverhütungsrechtes daraufhin zu prüfen, ob dieses die gewaltsame Be tätigung der clausula rebus sie stantibus aussehließt oder in -welchem Umfange es sie noch zuläßt. Die beiden Drehpunkte des Kriegsverhütungsrechtes nach dem Welt kriege sind einerseits die Völkerbundsordnung anderseits der Kellogg-Pakt. Die Satzung des Völkerbundes stellt im Vorspruche an die Spitze der Prinzipien des internationalen Gemeinschaftslebens die Forderung, die Staaten sollten „Verpflichtungen eingehen

, einen Weg zu zeigen, der am Kriege vorbeiführt, indem sie ein System von Mitteln zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Staaten aufrichtet, das an Vielfältigkeit und Elastizität, dann aber be sonders durch die Sanktionen gegen den Friedenstörer über die Empfehlungen der Haager Friedenskonferenzen weit hinausgeht. Zum Krifcgsverhütungsrecht der Völkerbundsatzung muß nun vor allein bemerkt werden, daß es auch wieder nur die Mitglieder des Völkerbundes erfaßt. Die mächtigen, dem Völkerbünde

nicht angehörigen Vereinigten Staaten von Nordamerika und die Sowjet-Union sind ebensowenig wie Mexiko und die Türkei durch Normen berührt, die seit 1919 beim Völkerbunde ge schaffen wurden. Wohl bietet der Artikell7 auch Nichtmitgliedern Gelegenheit, sich das Kriegsverhütungsrecht des Völkerbundes zunutze zu machen, allein dies steht in ihrem Beheben und wenn sie sich dieser Ermächtigung nicht bedienen, so kommt nur dem Rate zu, „alle Maßnahmen zu treffen und alle Vorschläge zu machen, die zur Verhütung

von Feindseligkeiten und zur Bei legung des Streites geeignet sind'. Dies bedeutet, daß dann der Völkerbund wie ein Neutraler Vermittlung anbieten und seine eigenen Interessen wahr nehmen kann. In Sonderheit kann die Einflußnahme des Völkerbundes auf den Konflikt zwischen einem Mitgliedstaat und einem Nichtmitglied nicht anders gewertet werden, denn als das Verhalten eines Bundesgenossen gegen über dem Gegner eines Bundesgenossen. Soweit es sich also um Beziehungen zwischen Staaten über die Grenzen

des Völkerbundes hinaus handelt, ist somit an der Bedeutung des Krieges für die Geltendmachung der clausula rebus sie stantibus nichts geändert. Jedem dieser Staaten ist es überlassen zu bestimmen, wann er Krieg führen will und „sobald der Kriegszustand ein getreten ist, so behandelt das Völkerrecht jeden Kriegführenden als gleich-
1931
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Der Burggräfler

Seiten:10 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:04.03.1925

Treffer:Seite 3
Textauszug:
Die Mgst vor Sem Krieg einzige Zrie-ensfi'cherung. Der ehemalige österreichische Kriegsminister und Heerführer gegen Ziußland M. Aufsenberg spricht sich in eineni Zeitungsaufsatz höchst ungläubig über die Macht des Völkerbundes, Kriege zu verhindern, aus. Ja, gegen die Kleinen könnte er schon wirken und gegen größere Staaten, die leicht faßbar wären. Gegen Großmächte nur dann, wenn man sich dem Glauben hingeben könnte, es werde die mora lische Autorität des Völkerbundes, beziehungsweise

würden? Ganz Abge sehen, ist Amerika, gleich Rußland und Deutschland, nicht einmal Mitglied des Völkerbundes. Er glaubt sonach, daß der Völkerbund nicht das Gewicht haben würde, bei großen Differenzen eine friedliche Ent scheidung zu erzwingen. Trotzdem ist er aber der Anschauung, daß wir einem längerwährenden Völkerfrieden entgegen- gehcn. Nur wird die treibende Kraft hiefür nicht ein Spruch des Völkerbundes und gewiß auch nicht eine geistige AenderUng der Menschheit und ihrer Sinnesart bilden
04.03.1925
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Zur Problematik der Heiligkeit der Veträge : eine Studie über die clausula rebus sic stantibus im Völkerrecht.- (Schriften des Instituts für Sozialforschung in den Alpenländern an der Universität Innsbruck ; 7)

Autor: Reut; Nicolussi, Eduard / Eduard Reut; Nicolussi
Erscheinungsjahr:1931
Erscheinungsort:Innsbruck
Verlag:Wagner
Umfang:200 S.
Medientyp:Buch
Sprache: Deutsch
Schlagwort:s.Völkerrechtlicher Vertrag
Kategorie: Recht, Politik
Notation:13 Vr
Signatur:II 7.875 ; II 58.593
IDN:233974
Anmerkungen:-

Treffer:Seite 134
Textauszug:
hungen zwischen den Völkern zu pflegen'; „die von nun an als Regel für das tatsächliche Verhalten der Regierung anerkannten Vorschriften des Völkerrechts genau zu beobachten'; „die Gerechtigkeit herrschen zu lassen und alle vertragsmäßigen Ver pflichtungen in den gegenseitigen Beziehungen der organisierten Völker ge wissenhaft zu beobachten'. „Zu diesem Zwecke,' so schließt der Vorspruch, wird von den vertrag schließenden Teilen die Satzung des Völkerbundes angenommen'. Bei einem allgemeinen

Kompromißkunst entstammende Formel verstanden werden. Es fragt sich nun, welche Bedeutung diese Formulie rungen angesichts der Organisation des Völkerbundes und mit Rücksicht auf die weiteren Bestimmungen der Satzung erlangen. Was die Organisation des Völkerbundes anbelangt, so steht vor allem fest, daß er kein Weltstaat und überhaupt kein Überstaat ist. Schon der offizielle Kommentar der englischen Regierung zum Völkerbundpakt legt großen Wert darauf festzustellen, daß der Völkerbund weit davon entfernt sei
1931
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Zur Problematik der Heiligkeit der Veträge : eine Studie über die clausula rebus sic stantibus im Völkerrecht.- (Schriften des Instituts für Sozialforschung in den Alpenländern an der Universität Innsbruck ; 7)

Autor: Reut; Nicolussi, Eduard / Eduard Reut; Nicolussi
Erscheinungsjahr:1931
Erscheinungsort:Innsbruck
Verlag:Wagner
Umfang:200 S.
Medientyp:Buch
Sprache: Deutsch
Schlagwort:s.Völkerrechtlicher Vertrag
Kategorie: Recht, Politik
Notation:13 Vr
Signatur:II 7.875 ; II 58.593
IDN:233974
Anmerkungen:-

Treffer:Seite 181
Textauszug:
, die Zuständig keit des Völkerbundes wird auf eine Empfehlung eingeschränkt und es wird kein Abstimmungsschlüssel angegeben, der bei der Beschlußfassung über die Empfehlung anzuwenden sei. Es wird auch nicht gesagt, ob der Rat oder die Versammlung die Überprüfung vorzunehmen hat. Auch der Gedanke der nationalen Selbstbestimmung ist durch den allgemeinen Hinweis auf den Grundsatz der Demokratie ersetzt. Immerhin behält diese Auffassung noch eine Sanktion für die Nichtbeachtung der Empfehlung des Völkerbundes

bei: Wenn der Ratschlag des Völkerbundes nicht berücksichtigt wird, so erlischt die Garantie der übrigen Völkerbundmitglieder für den status quo an diesem Punkte, das heißt, sie sind zu keiner Abwehr von Angriffen auf die territoriale Unverletzlichkeit und die politische Unabhängigkeit der wider setzlichen Macht im Zusammenhange mi t jenem Streitpunkte verpflichtet. Noch immer handelt es sich bei diesem Vorschlage um die Regelung anläßlich des Abschlusses des Weltkrieges. Die Widerstände
1931
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Zur Problematik der Heiligkeit der Veträge : eine Studie über die clausula rebus sic stantibus im Völkerrecht.- (Schriften des Instituts für Sozialforschung in den Alpenländern an der Universität Innsbruck ; 7)

Autor: Reut; Nicolussi, Eduard / Eduard Reut; Nicolussi
Erscheinungsjahr:1931
Erscheinungsort:Innsbruck
Verlag:Wagner
Umfang:200 S.
Medientyp:Buch
Sprache: Deutsch
Schlagwort:s.Völkerrechtlicher Vertrag
Kategorie: Recht, Politik
Notation:13 Vr
Signatur:II 7.875 ; II 58.593
IDN:233974
Anmerkungen:-

Treffer:Seite 138
Textauszug:
und Rechtsbeziehungen anknüpft, ohne freilich deshalb zu einer Macht über den Staaten zu werden. Die Analogie zwischen dem Völkerbunde und den älteren völkerrechtlichen Verwaltungs körperschaften, wie dem Weltpostverein, dürfte das Wesen des Völkerbundes nicht unrichtig andeuten. Wenn der Postverein auf Grund seiner Arbeit „virtuell als gesetzgebender Körper anzusehen ist' 2 ), so wird im Sinne der völkerrechtlichen Theorie durch ihn die Unabhängigkeit, die Souveränität der Staaten nicht beschränkt, geschweige

zu greifen und durch sie Verträge aufzuheben. Es fragt sich nun, ob der Völkerbund trotz der Nicht- änderung der rechtlichen Stellung der Staaten hierin eine Verschiebung herbeigeführt hat ? Vor allem muß nun festgestellt werden, daß der Mangel der Universalität des Völkerbundes für eine wirkungsvolle Reform auf diesem Gebiete ein großes Hindernis darstellt. Dem Völkerbunde sind bis heute Staaten mit Hunderten von Millionen Einwohnern ferngeblieben, wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Rußland

. Es ist klar, daß für diese die rechtssetzenden Akte des Völkerbundes wirkungslos bleiben und geblieben sind, da ihr Verhältnis von vorneherein nach den allgemeinen Grundsätzen beurteilt werden müssen. 1 ) Hold-Ferneck, Völkerrecht 99. s ) Goitein, Sovereignty, 92.
1931
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Der Burggräfler

Seiten:4 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:05.02.1920

Treffer:Seite 2
Textauszug:
der Frist für den Beitritt zum Völkerbünde wegen der erforderlichen Volksab-; sttmmuug zu erhallen, hat am 26. Jänner vom' Vorsitzenden der Friedenskonferenz, Millerand,' folgende Antwort erhalle«: Der Oberste Rat hat einstimmig festgestellt, daß die Verbündeten und befreundeten Mächte in der Angelegenheit der' ewigen Neutralität der Schweiz gebunden sind «ud gebunden bleiben durch den Artikel 435 des Versailler Vertrages. Der Oberste Rat ist der Ansicht, daß sich nur der Rat des Völkerbundes

über die Anfrage der Schweizer Regierung aus- sprecheu könne, woraus sich ergibt, daß die von dem Schweizer Bundesrat gestellte Frage erst vom Rate deS Völkerbundes eine endgültige Antwort erhallen könne. Der Rat des Völkerbundes wird t« der ersten Februarhälstc tu London zusammen- Ireten. Die Ruslieseruugslisterr. Parts, 31. Jauner. „Echo de Paris' will erfahren haben, daß sich folgende Nrmen auf der LuSlteferungsliste befinde«, die am 10. Februar Deutschland überreicht wird und entgegen eng lischen Meldungen
05.02.1920
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Der Burggräfler

Seiten:8 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:16.02.1926

Treffer:Seite 1
Textauszug:
Redaktion und Verwaltung: Merano. Berglauben 62, Telephonrus: Nr. 47. — Verwaltung in Bolzano, Viktor-Emanuel-Platz 16, Teleph. 180 Erscheint jeden Dienstag und Freitag abends. — Bezugspreis: Zum Abholen Lire 2.50, mit Zustellung ins Haus Lire 3.—, für das Ausland Lire 5.— monatlich. Nr. 73 Merano, Dienstag, 76» Zebrirar 7926 44» Jahrgang. Kampf um die Genfer Sitze. „Der Locarno-Geist ist tot.' Der Vollzugsausschuß des Völkerbundes in London nahm eine Resolution an. die Deutsch lands Eintritt

, daß für den Fall, daß Spanien, Polen und Brasilien zugelassen werden sollten, dies eins Komplikation schaffen würde, die die meisten Vorteile der Locarno- Verträge zunichte machen und überdies die ge samte Zukunft des Völkerbundes gefährden müsse. Wenn das geschehe, wäre kein anderes Ende abzusehen, als eine A u f l ö s u n g des Völkerbundes. Frankreich und die kleine En tente versuchten, den deutschen Sitz im Völker- bundsrat zu „neutralisieren'. Deutschland müsse durch diese Manöver schwer enttäuscht
16.02.1926
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Innsbrucker Nachrichten

Seiten:12 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:12.09.1935

Treffer:Seite 1
Textauszug:
in der Vollver sammlung des Völkerbundes: Gestatten Sie mir, daß ich unter Bezugnahme auf die freundlichen Worte des Generalberickterstatters des Völker bundes über Oesterreich in knappen Worten der bisherigen Zusammenarbeit Oesterreichs mit der Genfer Institution gedenke. Bereits im Jahre 1920 bei der ersten Vollversammlung des Völkerbundes wurde die Aufnahme Oesterreichs in die Gemeinschaft der Nationen vollzogen. Seit dieser Zeit hat Oesterreich, was Sie mir zugeben werden, in diesen eneinhalb Jahrzehnten

zu wiederholten Malen Beweise seiner Treue zu den großen Grundsätzen internationaler Soli darität und Zusammenarbeit gegeben. Die Wiederauf richtung der finanziellen Lage meines Landes, die in den Berichten der letzten Jahre des Finanzkomitees wiederholt Anerkennung gefunden hat, wurde auch im engsten Einvernehmen mit dem Völkerbund vollzogen. Ich glaube wohl, das richtige zu sagen, wenn ich gerade diesen Erfolg als einen der bemerkenswertesten auch d:s Völkerbundes werte. Mein Vaterland hat auch den Beweis

kung die gegenwärtige Session des Völkerbundes ihre Ar beiten beginnt, hoffen wir Oesterreicher, daß an der g r u n d- sätzlichen Linie europäischer Zusammen arbeitfest gehalten werden kann. Wir sind uns bewußt, baß wir damit nicht bloß den Interessen unseres Landes die nen, sondern auch der Mission Oesterreichs, für den Frieden zu wirken, treu bleiben. Es ist aber geradezu im Interesse des Gedankens des Völkerbundes gelegen, daß er dazu beiträgt, daß die Ungleichheit zwischen den Mitgliedern

endlich beseitigt werde, denn die Zusammenarbeit kann nur dann eine gedeihliche sein, wenn Oesterreich als völlig gleichberechtigterFaktor den anderen Mit gliedern des Völkerbundes zur Seite steht. Ohne Gleichberechtigung für alle gibt es eben keine all- gemeine Sicherheit, ohne sie gibt cs keine Zusammenarbeit, die allen Mitgliedern Befriedigung bringen kann. suchung dieser Frage zu übernehmen. Diese Untersuchung müßte sich in diesem Falle auf die Rohstoffe der Kolo nialgebiete, inbegriffen

und ein wirksames Instrument für die 2lufrechterhaltung des Friedens ist und solange der Kontakt zwischen Großbritannien und dem Kon tinent weiterdauert, irgendwie geändert werden kann. Der Vertreter Abessiniens spricht. Der Führer der abessinischen Delegation, T e k l e H a w a- riate, erinnerte daran, daß Abessinien als Mitglied des Völkerbundes an jene Paktbestimmungen erinnern dürfe, durch welche sich die Mitgliedstaaten gegenseitig die poli tische Unabhängigkeit und die Unversehrtheit ihres Gebietes
12.09.1935
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Innsbrucker Nachrichten

Seiten:12 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:06.03.1936

Treffer:Seite 3
Textauszug:
untereinander in Krieg und Frieden einzuhalten waren. Schon der Weltkrieg hat gezeigt, daß alle diese formalen Bestimmun gen zum größten Teile nur aus dem Papiere standen und daß sich weder die kriegführenden noch die nichtkriegsührenden Staaten daran gehalten haben, wenn es ihr Interesse er forderte. Die Zeit nach dem Kriege hat sich durch die Errich tung des Völkerbundes mit den derzeit geltenden Satzungen eine Grundlage geschaffen, die ein neues Völkerrecht und die bisher in Geltung stehende Neutralität

verändern, ja sogar auf- heben soll. War das bisherige Völkerrecht ein rein formales, das sich niemals um den Inhalt von Verträgen kümmerte, so will das neue von Genf ausgehende Völkerrecht selbst Subjekt und Objekt der Politik sein. Es will in bestimmender Weise auf die Beziehungen der Staaten untereinander eingreifen und deren souveräne Rechte in bezug auf Krieg. Kriegführung, den Abschluß von Bündnissen und Verträgen einer weitgehenden Beschränkung unterwerfen. Die Satzungen des Völkerbundes

, wenn es die Kriegslage erforderte. Diese Denk weise ist scheinbar bei Festsetzung der Statuten des Völker bundes noch maßgebend gewesen, denn er ist unter der Kampf- nnd Rachepsychose gegen die Mittelmächte entstanden; weder England noch Frankreich halten das Bedürfnis, eine über staatliche Organisation zu schaffen und sich in ihren souveränen Rechten beschneiden zu lassen. Maßgebend war einzig und allein der Gedanke, mit Hilfe des Völkerbundes die Ergeb nisse der Friedensverträge zu sichern. So kam in den Satzun

gen eine verhängnisvolle Mischling zwischen Erhaltung und teilweiser Aufgabe der Eigenstaatlichkeit zum Ausdnicke. Das hat sich im italienisch-abessinischen Kriege ungemein deutlich durch das Verhalten Englands gezeigt, das niemals ge sonnen war und ist, seine Eigenstaatlichkeit auch nur im gering sten aufzugeben. Es hat aber durch die Tatsache, daß sich die Bestimmungen des Völkerbundes mit seinen politischen Inter essen augenblicklich deckten, seine Politik unter dem Mantel des Völkerbundes

verhüllt. Was die Neutralität und ihre Bestimmungen, be sonders seit dem Haager Abkommen von 1007 betrifft, so hat man sich schon im Weltkriege bedenkenlos über sie hinweg gesetzt. In der logischen Folgerichtigkeit der Satzungen des Völkerbundes liegt es, die Möglichkeiten der bisherigen Neu tralität aufzuheben. Wenn es möglich ist, einem Staate unter dem politischen Drucke irgend eines Mitgliedes des Völker bundes das Stigma des Angreifers aufzudrücken, so wäre da mit natürlicherweise das Verhalten
06.03.1936
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