Suchergebnis: Sigmund

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Schlern

Seiten:67 Seiten
Medienart:Zeitung
Erscheinungsdatum:01.01.1992

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Landtag; hier herrscht bereits die Humanistenkursive vor, während in den deutschtirolischen Gebieten noch Jahrzehnte weiter in der spätmittelalterlichen Bastarda geschrieben wurde. Angesichts der Tatsache, daß Cusanus in Mantua das Fürstenpaar Ludovico Gonzaga und dessen Frau Barbara von Hohenzollern umschmeichelte und ver suchte, den Markgrafen mit der Aussicht auf den Kardinalspurpur für seinen Sohn Francesco zu ködern, blieb das Verhältnis zwischen dem Hofe zu Mantua und Herzog Sigmund

zunächst eher kühl. Die Korrespondenz zwischen Sigmund und den Gonzaga datiert zum größten Teil aus späterer Zeit.- 4 ) In Mantua könnte Sigmund auch den Humanisten Niklas von Wyle kennenge lernt haben. Seine 1461 entstandene 10. „Translatze“ enthält die Übersetzung des Briefes Piccolominis an Herzog Sigmund von 1443; gewidmet ist die Übersetzung jedoch dem Markgrafen Karl von Baden. Wyle widmete weder Sigmund noch sei ner Gemahlin Eleonore ein Werk; eine Beziehung zum Innsbrucker Hof

ist nicht nachweisbar, wohl aber zum Hof Mechthilds in Rottenburg, der er einige „Trans- latzen“ widmete. Während einer Seuche in Böblingen erzählte er ihr vom Werke Petrarcas. Sie wiederum zeigte ihm einen Brief der Königin von Nepel, wie es in der 16. „Translatze“ von 1474 heißt. * * * Bis 1464 war Herzog Sigmund in erster Linie mit der Sicherung seines Erbes in den Vorlanden und der Bekämpfung der Ansprüche des Brixner Bischofs Ni kolaus Cusanus beschäftigt. Daß er in der deutschen Öffentlichkeit besser da stand

, als die Cusanus-Apologeten den Anschein erwecken, zeigt besonders ein Volkslied, das bisher weitgehend unbeachtet blieb (Anhang III). Herzog Sigmund hatte jedoch kein übermäßiges Interesse an Büchern; er scheint selbst nie eine solide literarische Bildung genossen zu haben. Die mit ihm in Zusammenhang stehenden Bücher sind zumeist Widmungsexemplare - wie die Geschichtswerke von Heinrich Gundelfingen, dem Brixner Domherrn Konrad Wenger oder von Albrecht von Bonstetten - oder aber medizinische Gutachten

der „gelehrten Räte“ am Innsbrucker Hofe gehörte auch Antonius von Pforr (t 1483), der 1455 als Dekan von Endingen im Breisgau als Richter für Albrecht VI. tätig war. Am 14.1.1459 wurde er in Radolfzell von Herzog Sigmund gemeinsam mit Johann von Werdenberg und Dietrich von Monstrol zum Bamber- ger Fürstentag geschickt.’ 6 ) 1466 vertrat er Sigmunds Interessen in dessen Streit mit dem St. Galler Fürstabt Ulrich Rösch vor dem Kaiser. 1471 war er Pfarrer von Rottenburg. Als Graf Eberhard 1477 die Tübinger
01.01.1992
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Schlern

Seiten:67 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.01.1992

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Textauszug:
. 29 ) Nach Eberhards Tod erwähnte der Humanist Konrad Summenhart dieses Werk als Besitz des Grafen. 1469 wurde Anton von Pforr auch Testamentsvollstrecker Mechthilds. Bei seiner Reise zu Karl dem Kühnen von Burgund wurde Herzog Sigmund 1469 von dem Humanisten Peter Luder (t n. 1474) begleitet. 80 ) Für den Besuch bei König Ludwig XI. von Frankreich - der dann nie zustande kam - hatte der Wan derhumanist die „Oratio ad Francor. regem pro Sigismundo Austrie duce contra Suitenses et Engadinos“ vorbereitet. 81 ) 1470

nahm Luder an einer Gesandtschaft Sigmunds zu Karl dem Kühnen nach Brüssel teil - also auch hier wieder lediglich als Jurist und Diplomat! 1472 wandte Sigmund sich an den in Wien lehrenden Luder und ersuchte ihn, sich mit Leonhard Huntpichler wegen der Anfertigung eines Wörterbuches für seine Bibliothek in Verbindung zu setzen 82 ); offensichtlich verstand der Herzog nur die Landessprache. Graf Eberhard im Bart nahm erst nach seiner Palästinareise, auf der ihn ein Sohn Hermanns von Sachsenheim

begleitete, nähere Beziehungen zu Herzog Sig mund auf, der ihn zunächst durch das Geschenk eines Pferdes in seinen Koaliti onsversuchen gegen die Eidgenossen zu gewinnen versuchte. Auf dem Speyerer Fürstentag vertrat der Haushofmeister Hans von Bubenhofen 1468 den Grafen, der sich nicht von Sigmund in eine Konfrontation mit den Eidgenossen ver wickeln lassen wollte. 88 ) Im Gegenteil, 1469 schloß er sogar ein Bündnis mit ihnen ab. Trotz diverser Differenzen schloß der Graf 1471, 1473 und 1476 Austragsei

nungen mit Herzog Sigmund ab. Bereits seit 1470 gab es Spannungen zwischen Herzog Sigmund und Eberhards Mutter um die Grafschaft Hohenberg, die Al- brecht VI. Sigmund vermacht hatte und die jedoch der Erzherzogin auf Lebens zeit verschrieben war. Während dieser Auseinandersetzung ließ Eberhard am 18.10.1476 aus propagandistischen Gründen ein Rechtfertigungsschreiben an Sigmund bei Michael Greyff in Reutlingen drucken; es war dies die „erste würt- tembergische Amtsdrucksache“. Eberhard

. Aus stellungskatalog Stuttgart 1985, S. 180, Nr. 183. "') Helmut Reinalter: Der Wanderhumanist Peter Luder und seine Beziehungen zu Herzog Sigmund von Tirol, in: MÖSTA 26, 1973, S. 148-167. : ") Wien, ÖNB, Cod. 7248/3, fol. 12 ff.; ver- gl. dazu: Karl Großmann: Die Frühzeit des Humanismus in Wien bis zu Celtis Berufung 1497, in: Jb. f. Landeskunde Niederösterreichs 22, 1929, S. 150-325, hierS. 267. 32 ) Reinalter, s. Anm. 16, hier S. 166 f. 88 ) Wilhelm Baum: Der Speyerer Fürsten tag von 1468. Die Außenpolitik Sig
01.01.1992
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Schlern

Seiten:67 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.01.1992

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den welthistorisch bedeutenden Fakten aufgezählt. Eberhard könnte bei sei ner Reise durch Tirol die Abschrift der Akten für seine Bibliothek veranlaßt ha ben. Der Krieg um den Mägdeberg 4 ’) führte 1479/80 nur zu einer vorübergehenden Trübung des Verhältnisses zwischen Sigmund und Eberhard. Graf Leonhard von Görz 41 ') hatte mittlerweile 1478 Paola Gonzaga, die Tochter Ludovicos von Man tua und Schwester von Graf Eberhards Gemahlin Barbara, geheiratet. Graf Eberhard wandte sich daher in diesem Krieg

auch an seine Verwandten in Man tua, um auf Erzherzog Sigmund Druck auszuüben. Am 31.1.1480 wandte sich die alte Markgräfin Barbara in dieser Angelegenheit sogar persönlich an ihren Schwiegersohn Leonhard (Anhang IV). Heinrich Gundelfingen feierte den Sieg Sigmunds über Eberhard in einer „Oraciuncula“. 47 ) Im Frieden von Ansbach vom 29.1.1481 wurde Eberhard für fünf Jahre Rat und Diener des Erzherzogs. Nach dem Tod Mechthilds (f 22.8.1482) konnte Sigmund die Herrschaft Hohenberg vollständig zurückgewinnen. 1483

scheint der bereits betagte Erzherzog persön lich nach Rottenburg geritten zu sein, um die Huldigung entgegenzunehmen. 4 “) Bereits im März 1481 ritt Eberhard nach Innsbruck, um eine Einung mit Her zog Sigmund auf fünf Jahre abzuschließen. 49 ) In den Jahren 1484 und 1485 war Eberhard viermal in Innsbruck; 1484 nahm er an der Hochzeit Sigmunds mit Katharina von Sachsen teil. Im August 1484 besuchte Eberhard den Erzherzog neuerlich in Innsbruck. ’") Beim nächsten Besuch in Innsbruck verbündete

sich Eberhard am 28.6.1485 auf zehn Jahre mit Sigmund. Im November 1485 war Eberhard wiederum in Innsbruck. Nur der Streit um Zwiefalten überschattete ") Nur nebenbei sei erwähnt, daß nirgends in den Akten von einem „Anderle von Rinn“ die Rede ist, der angeblich 1462 ermordet worden sei. Diese erst nach 1500 aus Konkurrenzneid zum „Wall fahrtsort“ Trient erfundene Geschichte gehört zu den großen Skandalen der Ti roler Geistesgeschiehte. Besonders in fam ist, daß auch die jüngst auf Anord nung von Bischof

vom 5. Jänner 1480 (Innsbruck, TLA, In kunabel 2) auf S. 417. 4 “) Wilhelm Baum: Leonhard von Görz, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 14, Ber lin 1985, S. 248 f. 4; ) Schlettstadt/Elsaß, Bibliotheque huma- niste, Cod. K 1209. 4 ") Dieter Manz: Sigmund von Tirol und der Rottenburger Marktbrunnen, in: Der Sülchgau, 31, 1987, S. 47-52. 4S ) Württemberg im Spätmittelalter, s. Anm. 27, hier S. 50 f., Nr. 43. M ) Fritz Ernst: Eberhard im Bart, Stuttgart 1933, S. 189, Anm. 323.
01.01.1992
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Seiten:67 Seiten
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Erscheinungsdatum:01.01.1992

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und Rot tenburg wird man jedoch berücksichtigen müssen, daß Albrecht VI. und Mecht hild seit 1455 getrennt lebten und sich nur noch ein einziges Mal 1459 in Augs burg sahen. Albrecht VI. starb 1463 in Wien; zwischen Herzog Sigmund und Mechthild war das Verhältnis eher kühl, da sie Teile der Grafschaft Hohenberg ihrem Sohn aus erster Ehe, Eberhard im Bart, zuwenden wollte. Von der häufig als umfangreich angesehenen Korrespondenz Mechthilds mit Herzogin Eleonore findet sich nur ein Brief

, in dem sie sich für übersandte Zirbennüsse bedankt 22 ); auch dies spricht gegen einen engeren literarischen Austausch. * * * Herzog Sigmund kam mit Italien, dem Mutterland des Humanismus, nur ein einziges Mal in Berührung: anläßlich seiner Reise zum Fürstentag von Mantua, den Pius II. 22 ) 1459 einberufen hatte, um einen Türkenkreuzzug zu organisieren. Sigmund zog am 10.11.1459 mit einem Gefolge von 400 Mann in Mantua ein, wo Mantegna eben an seinen Fresken im Palast der Gonzaga arbeitete. Abt Georg Riedt von Stams

und Bischof Johann von Basel begleiteten ihn. Am 20.11, kam auch Bischof Georg von Trient mit dem Markgrafen von Baden. Am 20.11. be richtete Sigmund seiner Gemahlin Eleonore über den Fürstentag (Anhang II); ei nen Tag später hielt Gregor Heimburg seine berühmte Rede für Herzog Sigmund, in der er Cusanus der Lüge überführte. Nachdem der Papst noch am 29.11.1459 der Innsbrucker Jakobskirche einen Ablaß verliehen hatte, reiste Sigmund ent täuscht ab; ihm war es um eine Lösung des Cusanuskonfliktes gegangen
01.01.1992
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für die freundliche Aufnahme des Wer kes widmete er Herzog Sigmund um 1475 die Übersetzung des „Speculum vitae humanae“ des spanischen Theologen und Juristen Rodriguez Sanchez de Arevala. Der Dedikation folgt ein Stammbaum des Hauses Österreich. Um 1476/77 wurde in Ulm Steinhöwels Äsopausgabe mit deutscher Übersetzung gedruckt, die eben falls Herzog Sigmund gewidmet ist. Über eine nähere Bekanntschaft Steinhöwels zum Innsbrucker Hofe läßt sich jedoch nichts sagen. 1474 korrespondierte er mit Margarethe

, der Gemahlin Graf Ulrichs von Württemberg-Stuttgart."’) Den Ul- mer Stadtarzt zog es nicht an die Höfe; Herzog Sigmund und Eleonore waren die einzigen Fürsten, denen er Werke widmete. In diesem Zusammenhang gilt es auch, einen weitverbreiteten Irrtum aufzu klären, der jüngst noch von Walter Neuhauser wiederholt wurde. ' 7 ) 1483 druckte Hans Schönsperger in Augsburg den mit 47 Holzschnitten versehenen Ritterro man „Pontus und Sidonia“ mit dem Namen der Herzogin Eleonore als Überset zerin. 18 ) 1462 erbat

, dann 1509 eine kleinformatige Ausgabe. Es ist anzunehmen, daß Herzog Sigmund den Druck der Übersetzung sponserte und daß man deswegen seine Frau, die bei ih rer Übersiedlung nach Innsbruck 1449 noch kein Deutsch sprach, als Übersetze rin angab."“) Es wäre allenfalls daran zu denken, daß Eleonore aufgrund ihrer französischen Sprachkenntnisse dem Übersetzer bei seiner Arbeit half. Stein höwel erwähnt in seinem Lob der Herzogin nichts von einer literarischen Tätig keit. Der einzige Beleg für ein Interesse

Eleonores an Literatur ist die Übersen dung des Lanzelot-Romanes durch Herzog Albrecht IV. von Bayern-München an sie (1478). * * * Die geistigen Beziehungen zwischen dem Hof Herzog Sigmunds und dem Graf Eberhards lassen sich noch an einigen anderen Fakten aufzeigen. Noch während des Trienter Judenprozesses ließ der aus Brescia stammende Johann Matthias Ti- berinus - der Sigmund ein Gedicht über seine Verdienste in den Burgunderkrie gen gewidmet hatte - eine Flugschrift drucken, in der die Hoffnung
01.01.1992
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er von über allher an seinen Hof, verkehrte mit ihnen und ehrte sie.““) Auch Jakob Wimpfe- ling und Philipp Melanchthon zollten Eberhard ihre Verehrung. Wie Eberhard, so zeigte auch Erzherzog Sigmund Interesse für die Geschichte; so erschien 1488 in Augsburg bei Anthon Sorg die „Belligraphia cum apologetico inter illustrissi- mum Sigismundum Austriae archiducem et magnificum Senatum Venetorum“" 1 ), die wohl von ihm gesponsert wurde. 1472 verwendeten er und seine Gemahlin Eleonore sich auch in zwei Schreiben

an die Freiburger Universität für den Ge schichtsschreiber Gallus Öhem - den Geschichtsschreiber der Reichenau - und betonten dabei, daß Öhem sich „etlich zeit in unser stat hie (zu) Insprugk helfer gewesen und noch ist, sich auch gar erberlich gehalden“, sodaß er würdig sei, sich in Freiburg niederzulassen.“) Während Eberhard aktive geistige Interessen zeig te, betätigte Sigmund sich eher als Mäzen. Die Untersuchungen der kulturellen Beziehungen des Hofes Herzog Sigmunds zu den Residenzen in Rottenburg, Urach

und Stuttgart, insbesondere zu Albrecht VI., seiner Gemahlin Mechthild von der Pfalz und deren Sohn Eberhard im Bart verdeutlichen, welche Anregungen der Innsbrucker Hof von Schwaben erhielt, dessen Herzog Albrecht und Sigmund werden wollten. Man wird demnach in Zu kunft zwei methodische Fehler vermeiden müssen, die sich bei österreichischen und tirolischen Historikern immer wieder finden. Einerseits muß man sich stets vor Augen halten, daß das heutige Land Tirol nur der Rest eines viel größeren Be sitzes

. Es war kein Zufall, daß Sigmund es war, der die burgundische Hochzeit Maximilians I. 1469 anbahn te und seinem Hause den Weg nach Westen wies, denn auf diesem Wege gelang es dem Hause Habsburg, das es in zwei Jahrhunderten im Bereich des heutigen Österreich allenfalls zu einer Mittelmacht gebracht hatte, innerhalb von zwei Ge nerationen zur Weltmacht aufzusteigen. Geschichte sollte nicht teleologisch, d. h. vom Standpunkt des „Gewordenen“ aus, betrachtet werden. Heute bildet die Straße von Bregenz über Innsbruck
01.01.1992
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Erscheinungsdatum:01.01.1992

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den aus Franken stammenden Arzt Burkhard von Horneck (t 1522)’’) kennen. Dieser war nach sei nem Studium 1466 in den Dienst Herzog Sigmunds getreten und ist bis 1488 am Innsbrucker Hofe nachweisbar. Eine Inkunabel aus seinem Besitz enthält den Vermerk, er habe sie 1478 als Leibarzt Sigmunds in Venedig gekauft. 5 “) Ein Werk „Ad Sigismundum ducem Austriae heroico carmine opusculum quod praenotavit antimagicum“ scheint verlorengegangen zu sein. 1473 besuchte er für Sigmund den Schweizer Nationalheiligen

von Innsbruck, Rottenburg, Urach und Stuttgart - wohin Eberhard 1482 nach Abschluß des Münsinger Vertrages und der Wieder vereinigung der beiden württembergischen Grafschaften übersiedelte -, so ergibt sich ein ähnliches Bild. Weder Sigmund noch Eberhard verstanden Latein; ihre Denkwelt war weitgehend „gotisch“ geprägt. Von beiden Hofbibliotheken sind nur geringe Reste erhalten; die Literatur ist teilweise noch von der Ritterprosa und der Gebrauchsliteratur geprägt; an beiden Höfen spielte die Medizin

(insbe sondere die Gynäkologie und Andrologie) - wohl wegen der Kinderlosigkeit der Regentinnen - eine große Rolle. Soweit die Gemeinsamkeiten. Der Humanist und Übersetzer Bernhard Schöfferlin (f ca. 1501) war seit 1472 Rat Eberhards; 1474 wurde er Prokurator, dann auch Kanzler seiner Mutter Mechthild; 1505 erschien seine Liviusübersetzung bei Schöffer in Mainz. Hinsichtlich des geistigen Inter esses war Eberhard Sigmund jedoch überlegen, wie z. B. eigenhändige Randglos- 51 ) Wilfried Setzier

. f. Gesch. d. Oberrheins 70, 1961, S. 285-303, u. Pe ter Assion: Der Hof Herzog Sigmunds von Tirol als Zentrum spätmittelalterli cher Fachliteratur, in: Fachprosa-Studi en, Berlin 1982, S. 37-75. M ) Ebenda, S. 55. 57 ) Wilhelm Baum: Nikolaus von Flüe und Sigmund der Münzreiche von Öster reich, in: Zeitschrift f. Schweiz. Kir chengeschichte 81, 1987, S. 5-29, hier S. 18 f. “) Württemberg im Spätmittelalter, s. Anm. 27, hier S. 163.
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durchzuführen.'") Im Juni 1472 ersuchte ihn Herzog Sigmund, ihm sein Wörterbuch „Hugeburzus“ auf Pergament abschreiben zu lassen. 1 “) Auch Huntpichler gehört somit zur Literaturgeschichte Tirols! Wie fahrende Ritter und Dichter zwischen dem Hof Albrechts VI. in Freiburg und Rottenburg am Neckar hin- und hervermittelt wurden, bezeugt das Beispiel des Tübingers Georg von Ehingen (f 1508), der darüber in den „Reisen nach der Ritterschaft“ berichtet. Er war zuerst Tischdiener bei Herzogin Eleonore in Inns

bruck und wollte dann zu einem „arbättsamen fürsten“, nämlich zu Albrecht, da er befürchtete, „in der ruow und Wollust zuo Yßpruck zu verligen“. 1453 zog er mit Albrecht VI. zur Krönung des Ladislaus Postumus nach Prag. Der Erzherzog „hielt köstlichen, fürstlichen, ja wol küniglichen hoff“. 17 ) Als Herzog Sigmund nun seinen Vetter Albrecht besuchen wollte, war es Georg peinlich, daß er noch den gleichen Rang hatte wie in Innsbruck. Es gelang ihm, auf diese Weise eine Beförderung zu erlangen

S. 337 u. 352, Anm. 16, daß Huntpichler 1454 namens der Wiener Universität für Herzog Sigmund eine Begrüßungsrede halten sollte; der Herzog kam allerdings erst 1455 und wurde bei dieser Gelegen heit von Jakob Fabri mit einer noch er haltenen Rede begrüßt. 15 ) Wilhelm Baum; Nikolaus Cusanus in Ti rol. Das Wirken des Philosophen und Reformators als Fürstbischof von Bri xen (= Schriftenreihe des Südtiroler Kulturinstitutes 10), Bozen 1983, S. 222. 16 ) Helmut Reinalter: Der Wanderhumanist Peter Luder

und seine Beziehungen zu Herzog Sigmund von Tirol, in: MÖSTA 26, 1973, S. 148-167, hier S. 166. 17 ) Georg von Ehingen: Reisen nach der Ritterschaft, hrsg. v. Gabriele Ehrmann (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 262), Göppingen 1979, S. 20 f.
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Erscheinungsdatum:01.01.1992

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Textauszug:
Frühhumanismus auf und widmete sich der Philosophie. Sein Schwager Johann Kettner war später Leib arzt von Eberhard im Bart von Württemberg. In einem Brief an den Augsburger Patrizier Sigismund Gossembrot erwähnt Rad 1462, daß er als Diplomat nach Mantua geschickt worden sei. 1466 schickte Herzog Sigmund ihn mit dem Endin- ger Dekan Antonius von Pforr in einem Rechtsstreit mit dem St.Galler Abt Ulrich Rösch an den Kaiserhof. 7 ) Niklas von Wyle (t 1478), mit dem Lessing „unsere ge druckte Literatur“ anfangen

ließ, setzte seinem Gönner Felix Hemmerlin (t ca. 1458) 1464 in der 9. „Translatze“ ein Denkmal und widmete die 14. „Trans latze“ mit der Erörterung, ob der Adel der Geburt oder des Geistes wertvoller sei, - nach Hemmerlins Traktat „De nobilitate et rusticitate dialogus“ - Graf Eber hard. Hemmerlin hatte diesen Traktat Albrecht VI. von Österreich gewidmet, ') Wilhelm Baum: Sigmund der Münzrei che. Zur Geschichte Tirols und der habsburgischen Länder im Spätmittel alter (= Schriftenreihe

Welti: Auf den Spuren des vor- arlbergischen Frühhumanismus, in: Montfort 1976, S. 436-453. 7 ) Wilhelm Baum: Abt Ulrich Rösch im Streit zwischen Kardinal Nikolaus von Kues und Herzog Sigmund von Öster reich. Die Abtei St. Gallen und Öster reich bis zum Abschluß der „Ewigen Richtung“ (1474), in: Ulrich Rösch. St. Galler Fürstabt und Landesherr. Beiträ ge zu seinem Wirken und zu seiner Zeit, St. Gallen 1987, S. 81-95, hier S. 89.
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Anhang I Hermann von Sachsenheim über Herzog Sigmund (ca. 1453-1458) Donald K. Rosenberg: The Schleiertüchlein of Hermann von Sachsenheim (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik 260), Göppingen 1980, S. 109 f. Darnach nit vil der mil Kan ich gen Ynnesbruck, Das hett ich für ein gluck. Ich fand den edeln fürsten. Der mich lies wenig dursten: Genug in allen dyngen, Steinstossen, springen, ringen Lag er mir alles ob. Der furst der was nit grob: Hoch aller eren wert. Ein armbrust und ein swert
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